Das Institut für Somatische & Sexologische Bildung (ISSB) | Bodywork Center steht für eine bewusste, verkörperte Auseinandersetzung mit Körper, Sexualität und Beziehung. Unsere Arbeit verbindet langjährige Erfahrung mit einer klaren Haltung: Lernen geschieht nicht primär über Konzepte, sondern über gelebte Erfahrung, bewusste Wahrnehmung und lebendige Beziehung.
Pionierarbeit und Erfahrung
Seit 2007 prägen wir die somatische und sexologische Bildungslandschaft in der Schweiz. Als erste Schule für Tantramassage und älteste Ausbildungsstätte für Sexological Bodywork weltweit verfügen wir über einen reichen Erfahrungsschatz in bewusstseinsorientierter Körperarbeit, Beratung und der Begleitung persönlicher Entwicklungsprozesse.
Verkörperter, ganzheitlicher Ansatz
Im Zentrum unserer Arbeit steht somatisches Lernen. Wahrnehmung, Berührung, Beziehung und Sexualität werden als lebendige Entwicklungsfelder verstanden. Menschen lernen, sich selbst feiner zu spüren, innere Bewegungen zu verstehen und sich mit mehr Präsenz, Freude und Selbstvertrauen in Beziehung zu bringen – mit sich selbst, mit anderen und mit dem Leben. Es geht nicht um Techniken, sondern um Differenzierung, Integration und persönliche Reifung.
Vielfalt mit Tiefe
Mit über 220 Kursangeboten jährlich bieten wir das größte Spektrum somatischer und sexologischer Bildungsformate in der Schweiz – von Selbsterfahrung und Paararbeit bis hin zu fundierten Aus- und Weiterbildungen. Diese Vielfalt eröffnet individuelle Lernwege, die sowohl erste Zugänge als auch langfristige Vertiefung ermöglichen.
Fortlaufende Räume für somatische Praxis
Neben Kursen und Lehrgängen bieten wir kontinuierliche Praxisräume wie den Heartcircle, Paarcircles und fortlaufende Embodiment-Gruppen an. Diese Formate schaffen verlässliche, tragfähige Räume, in denen Beziehung, Körpererleben und persönliche Entwicklung über Zeit hinweg wachsen können – getragen von Kontinuität, Vertrauen und gemeinsamer Erfahrung.
Bewusster Umgang mit Intimität und Sexualität
Unsere Arbeit fördert eine Sexualität, die nicht leistungsorientiert oder normgetrieben ist, sondern aus Präsenz, Selbstverantwortung und innerer Freiheit entsteht. Lust, Sinnlichkeit und Verbundenheit dürfen sich dabei genauso entfalten wie Klarheit, Grenzen und gegenseitiger Respekt.
Körpermitte und Beckenboden als Schlüssel
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Körpermitte und dem Beckenboden als Quelle von Stabilität, Lebendigkeit und sexueller Kraft. Dieser Ansatz verbindet körperliche, emotionale und sexuelle Gesundheit und unterstützt Menschen dabei, ihre eigene Energie freier, genussvoller und stimmiger zu erleben.
Sexuelle Bildung für Erwachsene
Das Bodywork Center übernimmt eine führende Rolle in der sexuellen Bildung für Erwachsene. In Kursreihen, Vorträgen und Bildungsformaten schaffen wir Räume für Aufklärung, Reflexion und Reifung jenseits von Tabus, Ideologien oder schnellen Antworten – lebensnah, differenziert und erfahrungsbasiert.
Qualität, Entwicklung und Feedbackkultur
Seit dem ersten Kurs arbeiten wir mit einer konsequenten Feedbackkultur. Sie ermöglicht kontinuierliche Weiterentwicklung, hohe Ausbildungsqualität und eine lebendige Auseinandersetzung mit unserer eigenen Haltung und Praxis.
Verortung und Infrastruktur
Mit zwei Kurszentren und einer Praxis in Zürich sind wir ein zentraler Ort für somatische und sexologische Bildung im deutschsprachigen Raum.
Worum es uns im Kern geht
Unsere Arbeit richtet sich an Menschen, die Beziehung, Sexualität und persönliche Entwicklung als bewussten Lern- und Erfahrungsweg verstehen. Wir schaffen Räume, in denen Menschen sich selbst differenzierter wahrnehmen, neue Formen von Verbundenheit erproben und mehr Lebendigkeit, Leichtigkeit und Sinnlichkeit in ihr Leben integrieren können. Nicht als Versprechen schneller Veränderung, sondern als Einladung zu einem nachhaltigen, verkörperten Prozess.
So verstehen wir Bildung: als Begleitung auf der Reise zur eigenen Körperweisheit.
https://bodyworkcenter.ch/wp-content/uploads/sites/7/2025/09/Was-macht-uns-Einzigartig.jpg7201280Simonhttps://bodyworkcenter.ch/wp-content/uploads/sites/7/2022/10/Logo-ISSB-2022-Web.pngSimon2026-07-07 12:10:492026-07-07 19:31:56Was macht das Bodywork Center einzigartig?
Wie Tantramassage uns helfen kann, uns selbst neu zu entdecken.
Was ist eigentlich eine Tantramassage?
Im letzten Artikel haben wir uns der Frage gewidmet, was wir unter Sexologischer Körperarbeit verstehen. Darin habe ich geschrieben, dass die Tantramassage vor allem ein Erfahrungsraum ist.
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Erfahrungsraum und einem Lernraum?
Denn natürlich lernen wir auch in Erfahrungsräumen. Und umgekehrt machen wir auch in Lernräumen Erfahrungen.
In unserem Verständnis sind Lernräume meist Teil eines fortlaufenden Prozesses. Es gibt ein konkretes Anliegen, eine Ausrichtung und eine Begleitung über mehrere Sitzungen hinweg.
Ein Erfahrungsraum hingegen ist zunächst einmal in sich geschlossen. Er braucht nicht zwingend ein bestimmtes Anliegen oder Ziel. Ich kann mich einfach in diesen Raum begeben und neugierig werden, was in mir geschieht.
Gerade dieses Ziellose – oder in unserer Sprache diese Absichtslosigkeit – ist für viele Menschen etwas zutiefst Wertvolles. Denn ein grosser Teil unseres Lebens und oft auch unserer Sexualität ist von Zielen, Erwartungen und Leistung geprägt.
Einen Raum zu betreten, in dem nichts erreicht werden muss, sondern ich einfach sein, spüren und erfahren darf, ist für viele Menschen ein grosses Geschenk.
Die folgende Übersicht zeigt die wesentlichen Grundlagen unseres Verständnisses der Tantramassage:
Warum ist Absichtslosigkeit ein zentrales Element der Tantramassage?
Doch weshalb ist diese Absichtslosigkeit überhaupt ein so zentrales Element der Tantramassage?
Um diese Frage zu beantworten, kommen wir mit einem sehr existenziellen Thema des Menschseins in Berührung.
Wir Menschen besitzen die wunderbare Fähigkeit, uns an Vergangenes zu erinnern und uns die Zukunft vorzustellen. Wir können planen, Visionen entwickeln und uns ausmalen, was noch kommen könnte.
Das ist ein grosses Geschenk. Und gleichzeitig eine grosse Bürde. Denn genau diese Fähigkeit macht es uns oft so schwer, ganz im Hier und Jetzt anzukommen – in diesem einen Moment, in der Verbindung mit uns selbst und unserem Körper, in der Begegnung mit einem anderen Menschen oder vielleicht auch mit etwas Grösserem.
Im Kern erzählt auch die biblische Geschichte von der Vertreibung aus dem Paradies genau davon. Der Mensch wurde sich seiner selbst bewusst. Seit Anbeginn der Menschheit suchen wir deshalb Wege, wieder in diesen Zustand unmittelbarer Gegenwärtigkeit zu finden. Meditation, Yoga, Atemarbeit, Rituale, Pflanzenmedizin oder andere bewusstseinsverändernde Substanzen sind Ausdruck dieser Suche. Und auch die Sexualität – oder genauer gesagt die sexuelle Energie – gehört seit jeher zu diesen Wegen.
In vielen Weisheitstraditionen, etwa im Tantra oder im Taoismus, gilt sie als eine der kraftvollsten Lebensenergien überhaupt. Nicht deshalb, weil sie möglichst intensiv erlebt werden soll, sondern weil sie kultiviert werden kann und dadurch unser Bewusstsein verändert.
In ihrem Buch „Tantra und Meditation“ stellen Elmar und Michaela Zadra eine einfache und zugleich radikale Frage: Wozu meditieren wir eigentlich?
Die kurze Antwort lautet:
Für nichts.
Genau darin liegt die Herausforderung. Denn sobald ich meditiere, um entspannter zu werden, um gesünder zu sein oder um spirituelle Erfahrungen zu machen, bin ich bereits wieder bei einem Ziel angekommen. Ich bin nicht mehr ganz im gegenwärtigen Moment. Für die längere Antwort haben Elmar und Michaela Zadra ein ganzes Buch geschrieben. 😊
Für mich lässt sich dieser Gedanke unmittelbar auf die Tantramassage übertragen.
Wozu machen wir eine Tantramassage?
Meine Antwort lautet auch hier:
Für nichts.
Und genau das macht sie für viele Menschen so ungewohnt. Wir leben in einer Welt, in der fast alles einen Zweck erfüllen soll. Wir gehen ins Yoga für unsere Gesundheit, meditieren gegen Stress und treiben Sport für unsere Fitness. Daran ist überhaupt nichts falsch. Im Gegenteil – all das kann sehr wertvoll sein. Gleichzeitig gibt es dadurch immer weniger Räume, in denen wir einfach sein dürfen, ohne etwas erreichen zu müssen.
Gerade in der Sexualität wird das besonders deutlich. Sexualität ist häufig mit Erwartungen verbunden. Mehr Lust. Mehr Erregung. Ein Orgasmus. Nicht zu früh. Nicht zu spät. Nicht zu wenig. Nicht zu viel. Viele Fragen, mit denen Menschen zu uns kommen, drehen sich genau um diese Ziele.
Die Tantramassage eröffnet einen anderen Raum. Einen Raum, in dem all diese Ziele für einen Moment in den Hintergrund treten dürfen. Es spielt keine Rolle, ob Lust entsteht oder nicht. Ob Erregung da ist oder ausbleibt. Ob Scham auftaucht, Freude, Unsicherheit oder tiefe Entspannung. Alles, was sich zeigt, darf zunächst einmal da sein, ohne bewertet oder verändert werden zu müssen.
Gerade darin liegt für mich das eigentliche Geschenk der Tantramassage. Sie lädt uns ein, für einen Moment nichts erreichen zu müssen. Nicht besser werden zu müssen. Nicht funktionieren zu müssen. Sondern einfach neugierig zu werden auf das, was in diesem Augenblick in uns lebendig ist.
Der rituelle Raum
Eine Besonderheit der Tantramassage ist der rituelle Raum. Wobei wir grundsätzlich sowohl Lern- als auch Erfahrungsräume als rituelle Räume verstehen.
Es gibt die schöne Unterscheidung zwischen dem Alltagsraum und dem heiligen Raum. Für manche Menschen ist das Wort heilig vielleicht ungewohnt oder religiös besetzt. Im Grunde beschreibt es jedoch einfach einen transformativen Raum. Einen Raum, der einen bewussten Anfang und ein bewusstes Ende hat und in dem andere Regeln gelten als im Alltag.
In der Tantramassage wird dieser Raum durch ein Einstiegsritual eröffnet. Dieses Ritual macht spürbar: Jetzt beginnt etwas anderes.
Vor allem hilft es jedoch, den Menschen aus dem Alltag herauszuführen. Viele Menschen kommen gestresst, angespannt oder mit einem vollen Kopf in eine Tantramassage. Bevor überhaupt Berührung stattfindet, geht es deshalb darum, anzukommen. Den Körper wahrzunehmen. Den Atem zu spüren. Langsam bei sich selbst anzukommen.
Erst daraus entsteht der eigentliche Erfahrungsraum. Und erst dann zeigt sich, wohin die Reise gehen kann.
Ebenso wichtig ist das bewusste Ende. Gerade weil die Tantramassage ein sehr naher und intimer Raum ist, entstehen leicht Verschmelzungstendenzen. Besonders wenn die Begegnung sehr berührend war, kann sie vieles im Menschen auslösen. Wir erleben immer wieder, dass sich Menschen verlieben oder zumindest sehr starke Gefühle entwickeln, weil sie eine solche Form von Präsenz und Zuwendung vielleicht noch nie oder schon lange nicht mehr erlebt haben.
Gerade deshalb sind die Klarheit des Rituals, die Rollen und der zeitlich begrenzte Rahmen so wichtig. Sie geben Orientierung und Sicherheit und helfen, den Erfahrungsraum bewusst wieder zu verlassen.
Rollenverteilung
Mit dem rituellen Raum verbunden ist eine klare Rollenverteilung.
Es gibt eine gebende und eine empfangende Rolle. Wobei ein Teilnehmer kürzlich den Satz gesagt hat, der mir sehr gefallen hat:
„Eigentlich geht es gar nicht ums Geben, sondern ums Begleiten.“
Genau das beschreibt unsere Haltung sehr gut.
Die gebende Person ist Begleiterin oder Begleiter und gleichzeitig Raumhalterin oder Raumhalter. Sie begleitet die Reise der empfangenden Person, ohne diese zu steuern oder zu übernehmen.
Dabei ist uns noch etwas wichtig:
Ich diene nicht in erster Linie der empfangenden Person. Ich diene dem Raum.
Natürlich begleite ich den Menschen. Gleichzeitig kann es vorkommen, dass Wünsche oder Bedürfnisse auftauchen, die nicht zu diesem Raum gehören. Dann ist es meine Verantwortung, den Rahmen zu halten. Denn der geschützte Raum ist wichtiger als die Erfüllung einzelner Wünsche.
Diese Haltung gilt ebenso für die gebende Person selbst.
Es gibt den schönen Satz:
„Love yourself first.“
Gerade Menschen, die beginnen Tantramassage zu lernen, erleben wir häufig dabei, wie sehr sie sich anstrengen, sich aufopfern oder alles richtig machen möchten.
Doch das ist nicht der Weg.
Der Weg beginnt damit, mit sich selbst verbunden zu sein. Eine gute Sitzposition einzunehmen. Den eigenen Körper wahrzunehmen. Die eigenen Grenzen ernst zu nehmen. Erst aus dieser inneren Verbindung heraus kann ich einen Raum wirklich halten und einen anderen Menschen begleiten.
Selbstkontakt
Damit sind wir bei einem der zentralsten Elemente der Tantramassage angekommen:
dem Selbstkontakt.
Wir arbeiten hier gerne mit dem Bild eines Leuchtturms.
Gerade in nahen Beziehungen und intimen Begegnungen erleben wir immer wieder, dass Menschen viel zu stark beim Gegenüber sind und dabei den Kontakt zu sich selbst verlieren. Dasselbe zeigt sich auch in der Tantramassage, besonders am Anfang einer Ausbildung.
Deshalb vermitteln wir eine einfache Grundregel:
80 % bei mir
15 % im Raum
5 % beim Gegenüber
Viele Menschen sind zunächst überrascht.
“Nur fünf Prozent beim Gegenüber? Dann weiss ich doch gar nicht, was dort passiert.”
Unsere Erfahrung ist genau die gegenteilige.
Je tiefer ich mit mir selbst verbunden bin, desto feiner kann ich wahrnehmen, was im Raum geschieht. Ich muss mich nicht im anderen verlieren, um in Resonanz zu sein.
Dadurch entsteht eine ganz neue Fähigkeit:
Ich beginne zu unterscheiden, was zu mir gehört und was zum Gegenüber.
Wenn ich während einer Massage Traurigkeit wahrnehme, kann ich mich fragen:
Berührt diese Situation etwas in meiner eigenen Geschichte? Oder nehme ich die Traurigkeit des anderen Menschen in Resonanz wahr?
Dasselbe gilt für sexuelle Erregung.
Entsteht sie gerade in mir? Oder nehme ich etwas wahr, das sich im Gegenüber bewegt?
Diese Unterscheidung wird mit der Zeit immer feiner und ist für uns ein wesentlicher Teil der Forschungsreise.
Vielleicht erleben wir deshalb auch häufig etwas Überraschendes: Viele Menschen kommen mit der Vorstellung in unsere Kurse, sie möchten lernen, eine Tantramassage zu geben.
Nach einiger Zeit sagen sie etwas ganz anderes:
„Eigentlich muss ich lernen, eine Tantramassage zu empfangen.“
Denn sich wirklich auf einen anderen Menschen einzulassen, die Kontrolle loszulassen, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und gleichzeitig verletzlich und mit sich selbst verbunden zu bleiben, ist oft ein viel grösserer Lernweg, als Menschen zu Beginn vermuten.
Ganzheitliche Berührung
Nun kommen wir zu einem weiteren zentralen Element der Tantramassage: der Ganzheitlichkeit.
Natürlich gibt es viele Formen von Massage und Körperarbeit, die sich als ganzheitlich verstehen. Ich möchte daraus keinen Konkurrenzkampf machen. Und doch würde ich sagen, dass die Tantramassage in zweifacher Hinsicht noch einen Schritt weitergeht.
Die erste Ebene betrifft unseren Blick auf den Körper.
Ich spreche hier gerne von einer Demokratie der Körperteile.
Es gibt dieses schöne Gedicht, in dem sich die verschiedenen Körperteile darüber streiten, wer der Wichtigste ist. Alle haben gute Argumente – und am Ende gewinnt der Anus. 😊
Doch das ist keine Demokratie.
Demokratie bedeutet, dass alle Körperteile gleichberechtigt sind. Sie unterscheiden sich in ihrer Funktion, darin, wie sie fühlen, wie empfindsam sie sind und auf welche Berührungen sie reagieren. Doch kein Körperteil ist wichtiger als ein anderes.
Genau diese Haltung versuchen wir in der Tantramassage zu leben. Ein Finger ist nicht wichtiger als ein Penis. Ein Zeh nicht wichtiger als eine Brust. Die Schulter nicht wichtiger als die Vulva. Kein Körperteil steht über einem anderen.
Gerade bei den Genitalien beobachten wir jedoch ein spannendes Phänomen. In den meisten Massageformen sind sie – aus guten Gründen – nicht Teil der Berührung. Dort verläuft eine klare Grenze.
In der Tantramassage kann diese Grenze entfallen, wenn die empfangende Person das möchte. Dadurch entsteht jedoch eine neue Herausforderung. Weil intime Berührung im Alltag und auch in anderen Methoden so selten vorkommt, fällt plötzlich sehr viel Aufmerksamkeit auf die Genitalien. Und schon entsteht wieder ein Ungleichgewicht.
Unsere Haltung ist deshalb eine andere.
Die Genitalien sind weder wichtiger noch unwichtiger als alle anderen Körperteile. Sie gehören selbstverständlich zum Körper – nicht mehr und nicht weniger.
Das klingt in der Theorie einfach. In der Praxis ist es oft ein langer Weg. Denn gerade die Genitalien sind für viele Menschen mit Scham, Angst, Verletzungen oder Leistungsdruck verbunden. Eine wirkliche Gleichberechtigung aller Körperteile entsteht deshalb nicht durch einen Gedanken, sondern durch viele Erfahrungen.
Doch Ganzheitlichkeit bedeutet für uns noch etwas Zweites.
Es geht nicht nur darum, den ganzen Körper zu berühren.
Es geht darum, dem ganzen Menschen zu begegnen.
Das ist übrigens nicht nur unser Anspruch an die Tantramassage, sondern an alle Formen der Körperarbeit, die wir am ISSB vermitteln.
Wir möchten Menschen nicht nur körperlich berühren. Wir möchten, dass sie sich auch innerlich berührt fühlen. In ihrem Herzen. In ihren Gefühlen. Vielleicht auch in ihrer Seele.
Der Mensch soll sich gesehen, willkommen und genährt fühlen – körperlich, emotional und seelisch. Gerade darin liegt die grosse Sehnsucht vieler Menschen. In einer Zeit, die von Geschwindigkeit, ständiger Erreichbarkeit und digitalen Reizen geprägt ist, werden solche Räume immer seltener. Umso wertvoller kann es sein, einen Ort zu haben, an dem nichts erreicht werden muss und wir einfach wieder bei uns selbst ankommen dürfen.
Erfahrungsraum
Den Unterschied zwischen Lernraum und Erfahrungsraum habe ich bereits weiter oben beschrieben. Trotzdem ist mir an dieser Stelle noch eine Ergänzung wichtig.
Natürlich kann auch eine Tantramassage Teil eines Lernprozesses sein. Wir begleiten Menschen über längere Zeit und nutzen die Tantramassage durchaus als Methode innerhalb einer Prozessbegleitung.
Wenn wir uns jedoch noch einmal auf den Kern des Tantra besinnen, geht es um etwas anderes.
Es geht darum, in diesem Moment anzukommen.
In der Verbindung mit mir selbst.
Mit dem anderen Menschen.
Und vielleicht mit etwas Grösserem.
Im Taoismus gibt es dazu ein Bild, das mich seit vielen Jahren begleitet.
Es gibt die weltliche Achse. Sie beschreibt unser Leben als Zeitstrahl. Wir befinden uns immer an einem bestimmten Punkt unseres Lebens. Und trotzdem ist unser Geist häufig ganz woanders. Wir denken über Vergangenes nach oder beschäftigen uns mit der Zukunft.
Unser Körper ist hier.
Unser Geist oft nicht.
Dem gegenüber steht die göttliche Achse. Sie verläuft quer zur Zeit. Immer dann, wenn wir wirklich präsent werden, berühren wir diese Dimension. Wir erleben Verbindung – mit uns selbst, mit dem Leben und manchmal auch mit etwas, das grösser ist als wir selbst.
Vielleicht ist das einer der Gründe, weshalb mich Christopher Nolans Film Interstellar immer wieder so berührt. Dort gibt es die wunderschöne Idee, dass Liebe die Kraft ist, die Raum und Zeit überwinden kann.
Denn genau darum geht es für mich auch in der Tantramassage.
Ja, es geht um Sexualität.
Ja, es geht um Lust.
Ja, es geht um Erregung.
Doch in der Essenz geht es um etwas Tieferes.
Es geht um Liebe.
Wir nutzen die sexuelle Energie nicht als Selbstzweck, sondern als Möglichkeit, mehr Verbundenheit mit uns selbst und dem Leben zu erfahren.
Integration
Zu jedem transformativen Raum gehört auch die Integration.
Im Yoga gibt es dafür die Savasana, die Schlussentspannung. Obwohl die eigentliche Praxis bereits beendet ist, gilt gerade sie für viele als einer der wichtigsten Momente.
Ähnlich verstehen wir auch das Nachruhen in der Tantramassage.
Nach dem Ritual zieht sich die begleitende Person bewusst aus dem direkten Kontakt zurück. Es wird nicht mehr berührt, nicht mehr gehalten, nicht mehr begleitet. Die Raumhalterin oder der Raumhalter bleibt zwar präsent, nimmt nun aber die Rolle einer Zeugin oder eines Zeugen ein.
Dadurch entsteht ein stiller Raum, in dem die empfangende Person ganz bei sich nachspüren kann.
Oft beginnt die eigentliche Integration genau dort.
Natürlich endet dieser Prozess nicht mit dem Ritual. Er setzt sich häufig über Stunden oder Tage fort.
Wir lesen in unseren Ausbildungen Hunderte von Protokollen über Tantramassagen. Und auch nach bald zwanzig Jahren staune ich immer wieder, was in zwei Stunden geschehen kann.
Wenn Menschen wirklich präsent sind, wenn sie sich selbst begegnen und den Mut haben, das wahrzunehmen, was in ihnen lebendig wird, entstehen oft überraschende Erkenntnisse. Plötzlich werden alte Muster sichtbar. Neue Erfahrungen möglich. Zusammenhänge erkennbar.
Dieses Staunen hat mich bis heute nicht verlassen.
Vielleicht ist genau das das grösste Geschenk der Tantramassage.
Nicht, dass sie Menschen verändert.
Sondern dass sie ihnen einen Raum eröffnet, in dem sie sich selbst auf eine neue Weise begegnen können.
Das, was ich in diesem Artikel beschrieben habe, ist unser Verständnis von Tantramassage. Es ist eine Haltung, die über viele Jahre aus Erfahrung, Praxis und der Begleitung unzähliger Menschen gewachsen ist. Vieles hat sich in dieser Zeit weiterentwickelt, manches ist differenzierter geworden. Doch der Kern ist derselbe geblieben.
Gleichzeitig ist uns wichtig zu betonen, dass dies nicht die einzige Sichtweise auf Tantramassage ist. Für manche Menschen ist sie vor allem eine Form tiefer Entspannung oder Wellness. Für andere steht die sinnliche oder erotische Erfahrung im Vordergrund. Auch das hat seine Berechtigung.
Wir sehen in der Tantramassage jedoch einen Erfahrungsraum, der weit über diese Aspekte hinausgehen kann. Einen Raum, der uns einlädt, mit unserem Körper, unserer Sexualität und letztlich mit uns selbst in einen tieferen Kontakt zu kommen. Einen Raum, in dem wir für einen Moment nichts erreichen müssen – sondern einfach erfahren dürfen, was in uns lebendig ist.
Wenn dieser Artikel deine Neugier geweckt hat und du diesen Erfahrungsraum nicht nur verstehen, sondern selbst erleben möchtest, freuen wir uns, dich in einem unserer Kurse zu begrüssen.
Einführungstag in Tantramassage an. Ein wunderbarer Einstieg, an dem die Teilnehmenden ein sinnliches Massageritual im Geben und Empfangen kennenlernen.
Wer gerne intensiver eintauchen möchte, findet vom im Tantramassage-Sommer-Intensivkurs mit Petra einen vertieften Erfahrungs- und Lernraum. Dort vermitteln wir das vollständige Tantramassage-Ritual mit einer Vertiefung der Intimmassage.
https://bodyworkcenter.ch/wp-content/uploads/sites/7/2026/07/Tantramassage-–-Eine-neue-Welt-der-Beruehrung-entdecken.jpg10241536Simonhttps://bodyworkcenter.ch/wp-content/uploads/sites/7/2022/10/Logo-ISSB-2022-Web.pngSimon2026-07-06 20:47:042026-07-26 11:36:29Tantramassage – Eine neue Welt der Berührung entdecken
Somatische Praxis als Grundlage von Selbstwahrnehmung und Bewusstsein
Somatische Praxis bildet eine zentrale Grundlage unserer Arbeit. Sie schafft die Voraussetzung dafür, dass Menschen sich nicht nur gedanklich mit sich selbst beschäftigen, sondern verkörpert erleben, was im eigenen Inneren geschieht.
„Coming into the Body“ beschreibt dabei keine Technik, sondern eine grundlegende Bewegung: den Schritt aus dem Kopf zurück in den Körper. In eine direkte Wahrnehmung von Empfindungen, Spannungen, Emotionen und inneren Zuständen – ohne sie sofort zu interpretieren oder verändern zu müssen.
Gerade in der sexuellen Bildung und Körperarbeit zeigt sich immer wieder, wie ungewohnt dieser Schritt für viele Menschen ist. Präsenz im eigenen Körper entsteht nicht automatisch. Sie braucht Zeit, Struktur und sichere Erfahrungsräume. Somatische Praxis schafft genau diese Räume.
Ein wichtiger Aspekt dabei ist: Coming into the Body ist nicht automatisch erotisch oder sexuell. Wir trennen diese Ebenen bewusst. Der Fokus liegt zunächst auf Wahrnehmung, Regulation und Selbstkontakt. Diese Grundlage erleichtert spätere Forschungsräume, in denen auch Sexualität und erotisches Erleben einbezogen werden können – ohne Druck und ohne Überforderung.
Die folgenden Übungen haben sich in Einzel- und Gruppensettings bewährt. Sie sind klar strukturiert und eignen sich auch für die eigene Praxis zu Hause. Sie unterstützen dabei, Präsenz aufzubauen, den Körper als Orientierungshilfe zu nutzen und Schritt für Schritt eine feinere Selbstwahrnehmung zu entwickeln.
Als begleitenden Klangraum für diese und ähnliche somatische Praxis empfehle ich von Herzen die Musik von Mono Soma. Ihre Musik hat viele unserer Kurse über Jahre hinweg getragen – als unterstützender, nicht dominanter Raum für Wahrnehmung, Atmung und innere Prozesse.
Mono Soma existiert in dieser Zusammensetzung heute leider nicht mehr. Umso dankbarer sind wir, dass wir ihre Musik nicht nur hören, sondern auch mehrfach live bei uns im Kurszentrum erleben durften. Diese Konzerte waren für viele Teilnehmende ein tiefes, verbindendes Erlebnis – jenseits von Performance, ganz im Dienst der Praxis.
Die Musik eignet sich besonders gut als Begleitung für Meditationen, somatische Übungen und Phasen des Innehaltens, da sie den Körper unterstützt, ohne ihn zu überfordern.
https://bodyworkcenter.ch/wp-content/uploads/sites/7/2026/02/CIB-Coming-into-the-Body.jpg7201280Simonhttps://bodyworkcenter.ch/wp-content/uploads/sites/7/2022/10/Logo-ISSB-2022-Web.pngSimon2026-01-26 16:09:232026-03-15 15:39:08CIB – Coming into the Body
Ein Raum für Orientierung, Reflexion und Verkörperung
Sexualität begleitet uns ein Leben lang – und dennoch fehlt es vielen Erwachsenen an einem Ort, an dem sie diese Dimension ihres Lebens jenseits von Leistung, Normen oder Problemdruck wirklich verstehen, fühlen und weiterentwickeln können. In unserer Vortragsreihe Sexuelle Bildung für Erwachsene öffnen wir genau diesen Raum: für Austausch, Perspektiven und Erfahrung.
In dieser Reihe verbinden wir theoretische Impulse mit praxisnahen Beispielen, somatischen Erfahrungen und Zeit zur persönlichen Reflexion. Die Vorträge richten sich an Menschen, die neugierig sind, ihre Beziehung zu sich selbst, zu anderen und zur eigenen Sexualität bewusst gestalten wollen.
Dabei geht es nicht nur um Wissen, sondern um die Frage, wie Wissen sich in Erfahrung, Bewusstsein und innere Reifung verwandeln kann – ein Ansatz, der über bloße Information hinausgeht und Räume schafft, in denen wirkliche Entwicklung möglich wird.
Inhaltliche Schwerpunkte können sein:
Sexualität im Kontext von Beziehung, Nähe und Differenzierung
Verkörperung statt Performance – vom Funktionieren ins Spüren
Prägungen, Scham, Lust und innere Konflikte
Neue Perspektiven auf Bewusstsein, Intimität und Selbstverantwortung
Für wen? Diese Vortragsreihe ist gedacht für Erwachsene,
die sexuelle Bildung als Lernweg verstehen,
die ihre eigene Körper- und Beziehungskompetenz vertiefen wollen,
die reflektiert und präsent leben möchten
Kursdaten
Erlebnisvortrag Die Köstlichkeiten der reifen Jahre
Zwischen Kritik, persönlicher Betroffenheit und Dankbarkeit
Ich habe diesen Text bewusst vor dem UBI-Urteil geschrieben. Weil mir wichtig war, dass diese Haltung unabhängig davon Bestand hat, wie das Urteil ausfällt.
Nun ist das Urteil für uns deutlicher ausgefallen, als wir es erhofft hatten: einstimmig und in allen Punkten wurde unserer Beschwerde gefolgt. Dafür sind wir sehr dankbar – und auch erleichtert. Zu einem späteren Zeitpunkt werde ich dazu noch eigene Gedanken formulieren.
Dieser Text steht jedoch für etwas, das darüber hinausgeht.
Es geht nicht nur darum, wer recht hat – sondern darum, wie wir mit Spannung umgehen, ohne uns selbst zu verlieren.
Die Sendung SRF Impact hat in mir starke Reaktionen ausgelöst: Momente von grosser Wut, existenzieller Angst, von Verletzung – und das Gefühl, nicht korrekt dargestellt worden zu sein. Gleichzeitig hat sie einen Prozess in Gang gesetzt, der mich zwingt, genauer hinzuschauen: auf mich, auf unsere Arbeit und auf die Dynamiken, in denen wir uns bewegen.
Was dabei wichtig ist: Dieser Prozess hat nicht erst mit der Sendung begonnen. Die Auseinandersetzung mit Differenzierung und Integration begleitet mich seit vielen Jahren – in meiner Arbeit und in meinem eigenen Leben. Die Sendung hat diesen Prozess nicht ausgelöst, aber sie hat ihn auf eine Intensität und Tiefe gebracht, die ich so vermutlich sonst kaum erreicht hätte.
Wir leben in einer Zeit, in der wir schnell urteilen: richtig oder falsch, Opfer oder Täter, Wahrheit oder Verzerrung. Gerade unter Druck neigen wir dazu, uns auf eine Seite zu stellen – und die andere auszublenden. Diesen Mechanismus konnte ich in den letzten Monaten sehr deutlich bei mir selbst beobachten. In Momenten von Betroffenheit wurde auch in mir diese klare Einteilung aktiv: Wer hat recht? Wer liegt falsch?
Differenzierung beginnt oft genau dort, wo wir am liebsten vereinfachen würden.
Wenn ich auf die Arbeiten von Iain McGilchrist schaue, lässt sich das gut beschreiben: In solchen Momenten übernimmt die linke Hemisphäre. Sie trennt, vereinfacht und kategorisiert – und schafft damit eine scheinbare Klarheit, die jedoch oft auf Kosten von Komplexität geht. Die rechte Hemisphäre hingegen wäre in der Lage, genau dieses Spannungsfeld zu halten, Widersprüche auszuhalten und mehrere Perspektiven gleichzeitig wahrzunehmen, ohne sie vorschnell aufzulösen.
Genau dieser Übergang – vom schnellen Urteilen hin zum Halten von Spannung – ist für mich zu einem zentralen Lernfeld geworden.
Gleichzeitig gibt es in mir auch einen tiefen Wunsch nach einer idealen Welt: eine Welt, in der Gerechtigkeit klar ist, in der Journalismus für das Gute steht und in der sich Wahrheit eindeutig erkennen lässt. Diese Bilder haben mit meiner eigenen Geschichte zu tun – mit meiner Herkunftsfamilie und einer Prägung, in der Autoritäten wie Ärzte oder Pfarrer als grundsätzlich richtig und moralisch integer erlebt wurden und kaum hinterfragt wurden.
Die Realität ist komplexer. Vielleicht ist unsere Gesellschaft differenzierter geworden – und gleichzeitig besteht die Gefahr, dass Differenzierung in Fragmentierung kippt. Dass wir nicht wirklich integrieren, sondern nur neue Gegensätze schaffen.
Ein Satz, der mich seit vielen Jahren begleitet, bekommt in diesem Zusammenhang eine neue Tiefe:
Liebe den Sünder und verurteile die Sünde.
Für mich bedeutet das: Ich kann Handlungen klar benennen und auch kritisieren – ohne den Menschen dahinter abzuwerten. Alexander Solzhenitsyn hat es so formuliert: Die Trennlinie zwischen Gut und Böse verläuft nicht zwischen Menschen, sondern mitten durch das menschliche Herz.
Klarheit ohne Verurteilung ist kein Kompromiss – sondern eine Form von Reife.
Ich kann benennen, was für mich nicht stimmig war – in der Darstellung, in der Recherche und im Umgang mit uns als Schule und mit mir als Person. Gleichzeitig entscheide ich mich bewusst dagegen, Menschen dafür zu verurteilen.
Diese Haltung bedeutet nicht, dass wir uns alles gefallen lassen. Im Gegenteil: Gerade in solchen Prozessen wird es notwendig, Grenzen zu setzen und auch konkrete Schritte zu gehen. Ein Satz, der mich in dieser Zeit besonders begleitet hat, stammt von einem Therapeuten, der mich unterstützt hat: „Eine rechtliche Abmahnung kann auch eine therapeutische Intervention sein.“ Das hat meine Perspektive verändert – nicht als Akt der Bestrafung, sondern als Versuch, Klarheit und Gerechtigkeit herzustellen.
Und gleichzeitig wäre es unehrlich zu sagen, dass da keine Wut ist. Gerade gegenüber Menschen, mit denen wir eng zusammengearbeitet haben, gibt es Anteile in mir, die sich zutiefst ungerecht behandelt fühlen. Neben dieser Wut gibt es jedoch auch ein echtes Mitgefühl für ihre Perspektive und ihre Verletzung.
Wir haben diesen Menschen Gesprächsangebote gemacht – auch mit fachlicher Unterstützung. Diese Angebote wurden bisher nicht angenommen. Das bedeutet: Im Aussen wird sich diese Polarisierung vorerst nicht auflösen. Was bleibt, ist eine klare Haltung: Die Tür bleibt offen.
Die eigentliche Arbeit hat sich damit nach innen verlagert. Die Herausforderung war nicht mehr nur, die äussere Situation zu klären, sondern die Polarisierung in mir selbst zu integrieren. Genau dort wurde dieser Prozess zu einem tiefen Lernfeld.
Ein wichtiger Impuls dazu kam aus unserer Supervisionsgruppe im Sinne des Crucible-Ansatzes nach David Schnarch. Die Leiterin hat mich eingeladen, mir die Sendung immer wieder anzuschauen – nicht um mich weiter zu belasten, sondern um dabei bewusst mit mir selbst in Kontakt zu bleiben: mit meinen Reaktionen, meinen Gefühlen, meinen inneren Bewegungen. Im Mitgefühl mit mir selbst und allen Beteiligten.
Selbst in den intensivsten Momenten – in Nächten voller existenzieller Angst – war da gleichzeitig auch ein anderer Anteil: ruhiger, klarer, mit dem Wissen, dass ich das überstehen werde.
Vor kurzem hat mir ein Mensch, mit dem ich über diesen Prozess im Austausch war, einen Satz von Viktor Frankl mitgegeben, der mich tief berührt hat: Wir haben nicht immer Einfluss darauf, was uns das Leben bringt – aber wir haben Einfluss darauf, wer wir bleiben.
Ich habe mich in diesem Prozess intensiv mit meinen eigenen Anteilen auseinandergesetzt – auch mit jenen, in denen ich Fehler gemacht habe oder Verantwortung trage. Die Dynamik der Sendung hat mich damit auf einer neuen Ebene konfrontiert und mich gezwungen, noch einmal genauer hinzuschauen.
Rückblickend hat ein therapeutischer Begleiter, der mich vor und nach der Sendung erlebt hat, es schlicht formuliert: „Es hat dir gut getan.“ Das klingt angesichts der Intensität fast irritierend – und doch spüre ich, dass etwas in mir ruhiger, verbundener und klarer geworden ist.
Genau das möchte ich weitergeben: einen Raum, in dem Menschen Verantwortung übernehmen können, ohne beschämt oder verurteilt zu werden. Einen Raum, in dem Differenzierung und Integration möglich werden. Auch einen Raum, in dem so etwas wie Repair geschehen kann – im Aussen, wenn es möglich ist, und im Inneren, wenn es im Aussen (noch) nicht geht.
Jenseits von richtig und falsch.
https://bodyworkcenter.ch/wp-content/uploads/sites/7/2026/04/Jenseits-von-richtig-und-falsch-–-Gedanken-zur-SRF-Impact-Sendung.jpg7201280Simonhttps://bodyworkcenter.ch/wp-content/uploads/sites/7/2022/10/Logo-ISSB-2022-Web.pngSimon2026-01-22 15:38:352026-05-18 17:07:44Jenseits von richtig und falsch – Gedanken zur SRF Impact Sendung
Wir freuen uns, dass Janine Hug im Tages-Anzeiger in einem Artikel zum Thema Orgasmus und Sinnlichkeit erwähnt wird. Der Artikel ist ein Bezahl-Artikel und unter folgendem Link abrufbar:
Vor ein paar Jahren – damals noch motiviert, das Rätsel meiner ausbleibenden Orgasmen zu lösen – besuchte ich mit meiner jüngeren Schwester einen Vortrag über Intimmassagen bei Didi Liebold. Didi Liebold und seine Lebenspartnerin Janine Hug gehörten zu den Ersten, die sexologische Körperarbeit in der Schweiz praktizierten.
Durch verschiedene Methoden der Berührung, Atmung, Bewegung, Massage und Kommunikation sollen Menschen zu einem besseren Körperbewusstsein finden. Meine Schwester schlug nach dem Vortrag vor, eine Intimmassage bei Didi oder Janine zu buchen. Vielleicht irgendwann einmal, dachte ich.
Jetzt sitze ich bei Janine in der Praxis – allerdings nicht für eine Massage, sondern für ein Gespräch. Der Orgasmus ist ein zentrales Anliegen ihrer Klient:innen. Die Menschen kommen zu früh, zu spät, selten oder gar nicht. Deshalb entwickelt Janine gerade ein neues Orgasmus-Coaching. Trotzdem ist sie der Meinung, dass der Orgasmus kein Qualitätslabel für eine gute Sexualität sein sollte. Nicht der Orgasmus selbst stehe im Fokus, sondern der Weg dorthin: eine genussvolle Erregung.
Janine sagt: «Wir alle haben einen vollgepackten Alltag, und wenn wir es dann endlich einmal schaffen, uns Zeit für Sexualität zu nehmen, soll es direkt ein Feuerwerk sein.» Dabei ist es oft schon eine Herausforderung, sich in diesem Moment überhaupt zu entspannen. Während viele Menschen sich für Sport ganz selbstverständlich Zeit nehmen, sind sie weniger bereit, ihr Körperbewusstsein zu trainieren.
Janine beobachtet das auch bei sich selbst. In der Menopause hat sich ihre Libido verändert, sie hat weniger Lust, aber trotzdem bleibt sie dran. «Man kann Sexualität und Sinnlichkeit lernen, wenn die Bereitschaft da ist.»
Ein guter Punkt. Bin ich bereit, meine knapp bemessene Me-Time damit zu verbringen, meine Sinnlichkeit zu erforschen? Das Coaching kann individuell angepasst werden, aber das Paket beinhaltet ungefähr drei Sitzungen à drei Stunden, bestehend aus Beratung und Körperarbeit, dazwischen Übungen für zu Hause.
Eine Abkürzung wäre mir ehrlich gesagt lieber. Vielleicht lade ich erst mal den Akku des Vibrators auf. Wir vereinbaren, dass ich es mir überlege und in ein paar Tagen Bescheid sage. Wenig später schreibe ich ihr, dass ich mich nicht bereit fühle.
https://bodyworkcenter.ch/wp-content/uploads/sites/7/2025/08/Tabu-Orgasmusstoerung-1.jpg7201280Simonhttps://bodyworkcenter.ch/wp-content/uploads/sites/7/2022/10/Logo-ISSB-2022-Web.pngSimon2025-08-25 17:57:032025-08-25 17:57:04Tabu Orgasmusstörung – Ich bin 42 und hatte noch nie einen Orgasmus
Das erste Halbjahr 2025 ist vorbei – und wie immer freuen Janine und ich uns auf die Ziehung der glücklichen Gewinner*innen aus den ausgefüllten Feedbackformularen. Diese Rückmeldungen haben bei uns eine lange Tradition: Seit dem allerersten Kurs gibt es bei uns Feedbackformulare. Damals noch in Papierform, fein säuberlich im Couvert am Ende des Kurses – und schon damals haben uns viele Teilnehmende mit ihren ehrlichen und wertschätzenden Rückmeldungen unterstützt.
Heute läuft alles elektronisch – und wir sind begeistert über die Resonanz. In den letzten drei Jahren haben wir über 2’200 Rückmeldungen erhalten. Diese Daten geben uns nicht nur eine differenzierte Übersicht über unsere Stärken, sondern zeigen uns auch, wo Entwicklungspotenzial liegt – und wo es schlichtweg strukturelle Begrenzungen gibt.
Ein Beispiel: Eines der am häufigsten erwähnten Feedbacks betrifft das Kurszentrum am Engweg – konkret: die Anzahl Duschen. Auch nach der Renovation blieb es im 2022 bei zwei Duschen. Das war früher ein Thema – und ist es bis heute geblieben. Auch wenn die Duschen heute wesentlich komfortabler sind. Darum ist das unsere schlechteste Note – 4.49 für den Kursort. Wobei schlecht – das ist immer noch ein Topresultat. Nur halt im Vergleich zu den anderen Zahlen fällt diese Bewertung etwas ab…..
Die Gesamtzufriedenheit ist beeindruckend hoch.
👉 Durchschnitt aller Bewertungen: 4.72 von 5
👉 Topnote: 4.83 für Organisation & Administration
👉 Direkt dahinter – und für uns besonders bedeutungsvoll – 4.82 für Unterricht & Kursleitung
Diese Zahl steht für die Antwort auf die Frage: Hast du dich im Kurs und mit der Kursleitung wohl und aufgehoben gefühlt?
Natürlich gibt es auch kritische Rückmeldungen – und das ist gut so. Diese nehmen wir ernst, treten wenn möglich in Kontakt und schauen gemeinsam, was gefehlt oder nicht gepasst hat.
Gleichzeitig sind wir sehr dankbar und auch stolz: Seit bald 18 Jahren ermöglichen wir Kurse in einem sensiblen Feld – und die Rückmeldungen zeigen, dass sich die große Mehrheit der Menschen bei uns sicher, respektiert und gesehen fühlt. Das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Gemeinschaftswerk: Unser Dank gilt allen Kursleitungen, Assistent*innen und Mitarbeitenden, die mit ihrer Präsenz, Klarheit und Herzenskraft diese Qualität ermöglichen.
Wir bleiben dran – mit Freude, mit Lernbereitschaft und mit euch. 💛
https://bodyworkcenter.ch/wp-content/uploads/sites/7/2025/07/Feedbacks-Entwicklung-2025.jpg7201280Simonhttps://bodyworkcenter.ch/wp-content/uploads/sites/7/2022/10/Logo-ISSB-2022-Web.pngSimon2025-08-05 11:46:292025-08-25 17:57:54Feedbacks & Entwicklung – ein Blick hinter die Kulissen
Sind Sie interessiert an einem Master Diplom? Dann haben wir hier das richtige für Sie.
Die Sexologische Körpertherapie ist eine lebendige, kreative und effektive Form somatischer Körperarbeit und Beratung. Das Fundament bildet das Embodiment, die Verkörperung als ein Bewusst-werden mit dem Körper. Sind wir mit unserem Körper verbunden, erhalten wir Zugang zu allen Ebenen des Seins, Erlebens und Verhaltens. Verkörperung ist grundlegend für Wachstum, Transformation und das Erlernen erotischer Fähigkeiten. Leben wir «verkörpert», gelingt es uns, unser Potential an Wissen, Gesundheit, Kreativität und Sexualität kraftvoll auszuschöpfen.
Die Sexologische Körpertherapie kombiniert bereits bestehende, bewährte und fundierte Methoden, die Menschen darin unterstützen, sich besser spüren, fühlen und kennen zu lernen mit den vielschichtigen Themen der Sexualität. Wir unterstützen Menschen, die etwas lernen und entdecken möchten darin, die eigenen Körperempfindungen intensiver wahrzunehmen, mehr über die eigene Sexualität und das erotische Potenzial zu erfahren sowie die Intimität in sexuellen Beziehungen zu vertiefen.
Eine Session in sexologischer Körpertherapie mit Beate
Die Sexologische Körpertherapie schliesst mit ihrem Ansatz eine wesentliche Lücke zu den bereits bestehenden sexualtherapeutischen Lehren, indem mit anwendungsbezogenen Methoden sowie Berührung am ganzen Körper gearbeitet wird. In der praxisorientierten und fundierten Ausbildung legen wir grossen Wert auf Selbsterfahrung und Selbstreflexion.
An wen richtet sich das Master-Diplom Sexologische Körpertherapie? Der Ausbildungslehrgang richtet sich an Menschen, welche an einem fundierten Kompetenzaufbau im Bereich Sexologischer Körpertherapie und Beratung sowie an somatischem Lernen interessiert sind und ein Fundament für eine neue berufliche Laufbahn legen möchten.
Der Ausbildungslehrgang richtet sich ebenfalls an Menschen, die bereits als Körperarbeiter*innen, Berater*innen und Therapeut*innen arbeiten und die sich vertieft mit den körperzentrierten Methoden und der somatischen Sexualberatung vertraut machen möchten.
Testimonial von Judith zur sexologischen Körpertherapie
Wie wäre es, durch Berührung eine tiefere Verbindung zu sich selbst und anderen zu entdecken?
Diese Ausbildung basiert auf der langjährigen Erfahrung von Menschen, welche im Bereich der Tantramassage tätig sind. Die Tantramassage ist eine wundervolle Möglichkeit, einen anderen Menschen in sein sinnliches Erleben zu begleiten. Der besondere Aufbau des Massage-Rituals ermöglicht es den Menschen, tief mit sich selber in Kontakt zu kommen, den Körper in seiner Ganzheit wahrzunehmen. Meditation, Atemarbeit, Zeit und Absichtslosigkeit – vor allem in der intimen Berührung, ermöglichen eine völlig neue Erfahrung im Bereich der Intimität und Sexualität.
Sie lernen, mehr Energie im Körper aufbauen und halten zu können, und dadurch Ihr sexuelles Erleben zu intensivieren und vielleicht sogar mit der Erfahrung von Ganzheit in Berührung zu kommen.
Testimonial von Nadia zur Tantramassage Ausbildung
Diplomlehrgang Tantramassage ISSB® Die Ausbildung hat zum Ziel, den Teilnehmenden in allen Belangen rund um die Tantramassage ein solides Fundament zu geben. Dabei liegt der Fokus klar auf den Aspekten der Intimmassagen, der Energiearbeit und der Fähigkeit, Menschen in ihre sexuellen Energie zu begleiten.
Eine Ganzkörpermassage ist Bestandteil der Ausbildung. Für Menschen welche professionell mit der Tantramassage arbeiten wollen und noch keine entsprechenden Vorkenntnisse haben, empfehlen wir zusätzlich noch eine Ausbildung im Bereich Ganzkörpermassage zu machen (z.B. Lomi Bodywork Practitioner, Wellbeing Massage Practitioner oder andere Massagerichtungen wie Thai-Yoga, Tao-Massage).
Testimonial von Roberto zur Tantramassage Ausbildung
Manchmal braucht es ein Innehalten, um zu spüren, was sich in uns regt. Eine leise Sehnsucht, ein stilles Fragen: War das alles? Oder wartet da noch etwas in mir – ungelebt, unberührt, ungesagt?
Wir werden älter. Unser Körper erzählt davon. Vielleicht macht er uns manchmal das Leben schwer. Vielleicht trägt er auch Narben, Geschichten, Erinnerungen. Und doch – er lebt. Er spürt. Er will uns noch.
In einer Zeit, in der viele von uns gelernt haben, über Sinnlichkeit und Sexualität zu schweigen, möchten wir nun einen neuen Raum öffnen. Einen Raum für Begegnung – mit Dir selbst, mit anderen, mit dem Leben. Vielleicht auch mit dem, was grösser ist als wir.
Wir müssen nicht mehr – aber wir dürfen noch.
Im Bodywork Center Zürich starten wir erstmals mit zwei Angeboten für die Wise Generation – ein Herzensprojekt, das aus einer tiefen Überzeugung gewachsen ist: dass es nie zu spät ist, ganz in unserem Körper anzukommen. Und dass unsere Sexualität nicht nur körperlich ist, sondern spirituell, lebendig, heilig.
Ein zweitägiger Einführungskurs für alle, die sich wieder berühren lassen möchten – achtsam, würdevoll, absichtslos. Die erfahren wollen, wie Berührung heilen kann. Für Menschen, die der eigenen Sinnlichkeit wieder einen Platz geben wollen.
Ein Tages-Retreat, das Dich zurückführt in Deinen Körper – durch feine Bewegung, Atem, Berührung und Stille. Für alle, die die Sehnsucht nach einem würdevollen, verbundenen Dasein spüren. Und sich in ihrer Tiefe erinnern möchten, wer sie sind.
Beide Angebote folgen einem gemeinsamen Ziel: dem ganzheitlichen Embodiment – dem verkörperten Dasein in Würde, Wahrheit und Präsenz. Es geht um mehr als Spüren. Es geht um Rückverbindung. Um das Bewohnen unseres ganzen Wesens – mit allem, was dazugehört. Auch mit unserer sexuellen Kraft, die mit unserem Herzen und unserer Seele verbunden ist.
Vielleicht bist Du jemand, der viel gegeben hat. Der zu lange gewartet hat. Der jemanden verloren hat. Oder der einfach nur wieder oder noch immer lebendig sein will.
Dann bist Du gemeint. Dann darfst Du jetzt kommen.
Mit offener Hand und offenem Herzen laden wir Dich ein: Lass uns gemeinsam neue Wege gehen. Wege der Nähe. Wege der Würde. Wege zurück zu Dir.
Die Recherche zeigt zentrale blinde Flecken der «Impact»-Sendung auf: Zum einen wurden die engen beruflichen Verbindungen der beiden Hauptbelastungszeugen – Patrick Angele (Co-Präsident BVTM) und Patricia Heierli – nicht offengelegt; beide arbeiten in derselben Praxis. Zum anderen rudern sowohl SRF als auch Heierli beim Auslöser-Vorwurf zurück: „Analfisting“ sei im Kurs letztlich nicht praktiziert, sondern nur angekündigt worden – der Fokus liege nun auf einer behaupteten Grenzverletzung.
Bemerkenswert ist auch der Kontext: Die Ombudsstelle verzeichnet rekordhohe rund 90 Beanstandungen zur Sendung. Der Artikel stellt damit berechtigte Fragen zur Auswahl der Stimmen, zur Transparenz und zur Gewichtung der Vorwürfe.
👉 Zum Beobachter-Artikel: «Die haltlosen Vorwürfe machen uns fassungslos» (9. Oktober 2025)