Tantramassage – Eine neue Welt der Berührung entdecken
Wie Tantramassage uns helfen kann, uns selbst neu zu entdecken.
Was ist eigentlich eine Tantramassage?
Im letzten Artikel haben wir uns der Frage gewidmet, was wir unter Sexologischer Körperarbeit verstehen. Darin habe ich geschrieben, dass die Tantramassage vor allem ein Erfahrungsraum ist.
Dies ist ein Artikel vom Substack – Die Reise zur eigenen Körperweisheit.
Daraufhin kamen verständlicherweise Fragen:
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Erfahrungsraum und einem Lernraum?
Denn natürlich lernen wir auch in Erfahrungsräumen. Und umgekehrt machen wir auch in Lernräumen Erfahrungen.
In unserem Verständnis sind Lernräume meist Teil eines fortlaufenden Prozesses. Es gibt ein konkretes Anliegen, eine Ausrichtung und eine Begleitung über mehrere Sitzungen hinweg.
Ein Erfahrungsraum hingegen ist zunächst einmal in sich geschlossen. Er braucht nicht zwingend ein bestimmtes Anliegen oder Ziel. Ich kann mich einfach in diesen Raum begeben und neugierig werden, was in mir geschieht.
Gerade dieses Ziellose – oder in unserer Sprache diese Absichtslosigkeit – ist für viele Menschen etwas zutiefst Wertvolles. Denn ein grosser Teil unseres Lebens und oft auch unserer Sexualität ist von Zielen, Erwartungen und Leistung geprägt.
Einen Raum zu betreten, in dem nichts erreicht werden muss, sondern ich einfach sein, spüren und erfahren darf, ist für viele Menschen ein grosses Geschenk.
Die folgende Übersicht zeigt die wesentlichen Grundlagen unseres Verständnisses der Tantramassage:

Warum ist Absichtslosigkeit ein zentrales Element der Tantramassage?
Doch weshalb ist diese Absichtslosigkeit überhaupt ein so zentrales Element der Tantramassage?
Um diese Frage zu beantworten, kommen wir mit einem sehr existenziellen Thema des Menschseins in Berührung.
Wir Menschen besitzen die wunderbare Fähigkeit, uns an Vergangenes zu erinnern und uns die Zukunft vorzustellen. Wir können planen, Visionen entwickeln und uns ausmalen, was noch kommen könnte.
Das ist ein grosses Geschenk. Und gleichzeitig eine grosse Bürde. Denn genau diese Fähigkeit macht es uns oft so schwer, ganz im Hier und Jetzt anzukommen – in diesem einen Moment, in der Verbindung mit uns selbst und unserem Körper, in der Begegnung mit einem anderen Menschen oder vielleicht auch mit etwas Grösserem.
Im Kern erzählt auch die biblische Geschichte von der Vertreibung aus dem Paradies genau davon. Der Mensch wurde sich seiner selbst bewusst. Seit Anbeginn der Menschheit suchen wir deshalb Wege, wieder in diesen Zustand unmittelbarer Gegenwärtigkeit zu finden. Meditation, Yoga, Atemarbeit, Rituale, Pflanzenmedizin oder andere bewusstseinsverändernde Substanzen sind Ausdruck dieser Suche. Und auch die Sexualität – oder genauer gesagt die sexuelle Energie – gehört seit jeher zu diesen Wegen.
In vielen Weisheitstraditionen, etwa im Tantra oder im Taoismus, gilt sie als eine der kraftvollsten Lebensenergien überhaupt. Nicht deshalb, weil sie möglichst intensiv erlebt werden soll, sondern weil sie kultiviert werden kann und dadurch unser Bewusstsein verändert.
In ihrem Buch „Tantra und Meditation“ stellen Elmar und Michaela Zadra eine einfache und zugleich radikale Frage: Wozu meditieren wir eigentlich?
Die kurze Antwort lautet:
Für nichts.
Genau darin liegt die Herausforderung. Denn sobald ich meditiere, um entspannter zu werden, um gesünder zu sein oder um spirituelle Erfahrungen zu machen, bin ich bereits wieder bei einem Ziel angekommen. Ich bin nicht mehr ganz im gegenwärtigen Moment. Für die längere Antwort haben Elmar und Michaela Zadra ein ganzes Buch geschrieben. 😊
Für mich lässt sich dieser Gedanke unmittelbar auf die Tantramassage übertragen.
Wozu machen wir eine Tantramassage?
Meine Antwort lautet auch hier:
Für nichts.
Und genau das macht sie für viele Menschen so ungewohnt. Wir leben in einer Welt, in der fast alles einen Zweck erfüllen soll. Wir gehen ins Yoga für unsere Gesundheit, meditieren gegen Stress und treiben Sport für unsere Fitness. Daran ist überhaupt nichts falsch. Im Gegenteil – all das kann sehr wertvoll sein. Gleichzeitig gibt es dadurch immer weniger Räume, in denen wir einfach sein dürfen, ohne etwas erreichen zu müssen.
Gerade in der Sexualität wird das besonders deutlich. Sexualität ist häufig mit Erwartungen verbunden. Mehr Lust. Mehr Erregung. Ein Orgasmus. Nicht zu früh. Nicht zu spät. Nicht zu wenig. Nicht zu viel. Viele Fragen, mit denen Menschen zu uns kommen, drehen sich genau um diese Ziele.
Die Tantramassage eröffnet einen anderen Raum. Einen Raum, in dem all diese Ziele für einen Moment in den Hintergrund treten dürfen. Es spielt keine Rolle, ob Lust entsteht oder nicht. Ob Erregung da ist oder ausbleibt. Ob Scham auftaucht, Freude, Unsicherheit oder tiefe Entspannung. Alles, was sich zeigt, darf zunächst einmal da sein, ohne bewertet oder verändert werden zu müssen.
Gerade darin liegt für mich das eigentliche Geschenk der Tantramassage. Sie lädt uns ein, für einen Moment nichts erreichen zu müssen. Nicht besser werden zu müssen. Nicht funktionieren zu müssen. Sondern einfach neugierig zu werden auf das, was in diesem Augenblick in uns lebendig ist.
Der rituelle Raum
Eine Besonderheit der Tantramassage ist der rituelle Raum. Wobei wir grundsätzlich sowohl Lern- als auch Erfahrungsräume als rituelle Räume verstehen.
Es gibt die schöne Unterscheidung zwischen dem Alltagsraum und dem heiligen Raum. Für manche Menschen ist das Wort heilig vielleicht ungewohnt oder religiös besetzt. Im Grunde beschreibt es jedoch einfach einen transformativen Raum. Einen Raum, der einen bewussten Anfang und ein bewusstes Ende hat und in dem andere Regeln gelten als im Alltag.
In der Tantramassage wird dieser Raum durch ein Einstiegsritual eröffnet. Dieses Ritual macht spürbar: Jetzt beginnt etwas anderes.
Vor allem hilft es jedoch, den Menschen aus dem Alltag herauszuführen. Viele Menschen kommen gestresst, angespannt oder mit einem vollen Kopf in eine Tantramassage. Bevor überhaupt Berührung stattfindet, geht es deshalb darum, anzukommen. Den Körper wahrzunehmen. Den Atem zu spüren. Langsam bei sich selbst anzukommen.
Erst daraus entsteht der eigentliche Erfahrungsraum. Und erst dann zeigt sich, wohin die Reise gehen kann.
Ebenso wichtig ist das bewusste Ende. Gerade weil die Tantramassage ein sehr naher und intimer Raum ist, entstehen leicht Verschmelzungstendenzen. Besonders wenn die Begegnung sehr berührend war, kann sie vieles im Menschen auslösen. Wir erleben immer wieder, dass sich Menschen verlieben oder zumindest sehr starke Gefühle entwickeln, weil sie eine solche Form von Präsenz und Zuwendung vielleicht noch nie oder schon lange nicht mehr erlebt haben.
Gerade deshalb sind die Klarheit des Rituals, die Rollen und der zeitlich begrenzte Rahmen so wichtig. Sie geben Orientierung und Sicherheit und helfen, den Erfahrungsraum bewusst wieder zu verlassen.
Rollenverteilung
Mit dem rituellen Raum verbunden ist eine klare Rollenverteilung.
Es gibt eine gebende und eine empfangende Rolle. Wobei ein Teilnehmer kürzlich den Satz gesagt hat, der mir sehr gefallen hat:
„Eigentlich geht es gar nicht ums Geben, sondern ums Begleiten.“
Genau das beschreibt unsere Haltung sehr gut.
Die gebende Person ist Begleiterin oder Begleiter und gleichzeitig Raumhalterin oder Raumhalter. Sie begleitet die Reise der empfangenden Person, ohne diese zu steuern oder zu übernehmen.
Dabei ist uns noch etwas wichtig:
Ich diene nicht in erster Linie der empfangenden Person. Ich diene dem Raum.
Natürlich begleite ich den Menschen. Gleichzeitig kann es vorkommen, dass Wünsche oder Bedürfnisse auftauchen, die nicht zu diesem Raum gehören. Dann ist es meine Verantwortung, den Rahmen zu halten. Denn der geschützte Raum ist wichtiger als die Erfüllung einzelner Wünsche.
Diese Haltung gilt ebenso für die gebende Person selbst.
Es gibt den schönen Satz:
„Love yourself first.“
Gerade Menschen, die beginnen Tantramassage zu lernen, erleben wir häufig dabei, wie sehr sie sich anstrengen, sich aufopfern oder alles richtig machen möchten.
Doch das ist nicht der Weg.
Der Weg beginnt damit, mit sich selbst verbunden zu sein. Eine gute Sitzposition einzunehmen. Den eigenen Körper wahrzunehmen. Die eigenen Grenzen ernst zu nehmen. Erst aus dieser inneren Verbindung heraus kann ich einen Raum wirklich halten und einen anderen Menschen begleiten.
Selbstkontakt
Damit sind wir bei einem der zentralsten Elemente der Tantramassage angekommen:
dem Selbstkontakt.
Wir arbeiten hier gerne mit dem Bild eines Leuchtturms.
Gerade in nahen Beziehungen und intimen Begegnungen erleben wir immer wieder, dass Menschen viel zu stark beim Gegenüber sind und dabei den Kontakt zu sich selbst verlieren. Dasselbe zeigt sich auch in der Tantramassage, besonders am Anfang einer Ausbildung.
Deshalb vermitteln wir eine einfache Grundregel:
- 80 % bei mir
- 15 % im Raum
- 5 % beim Gegenüber
Viele Menschen sind zunächst überrascht.
“Nur fünf Prozent beim Gegenüber? Dann weiss ich doch gar nicht, was dort passiert.”
Unsere Erfahrung ist genau die gegenteilige.
Je tiefer ich mit mir selbst verbunden bin, desto feiner kann ich wahrnehmen, was im Raum geschieht. Ich muss mich nicht im anderen verlieren, um in Resonanz zu sein.
Dadurch entsteht eine ganz neue Fähigkeit:
Ich beginne zu unterscheiden, was zu mir gehört und was zum Gegenüber.
Wenn ich während einer Massage Traurigkeit wahrnehme, kann ich mich fragen:
Berührt diese Situation etwas in meiner eigenen Geschichte? Oder nehme ich die Traurigkeit des anderen Menschen in Resonanz wahr?
Dasselbe gilt für sexuelle Erregung.
Entsteht sie gerade in mir? Oder nehme ich etwas wahr, das sich im Gegenüber bewegt?
Diese Unterscheidung wird mit der Zeit immer feiner und ist für uns ein wesentlicher Teil der Forschungsreise.
Vielleicht erleben wir deshalb auch häufig etwas Überraschendes: Viele Menschen kommen mit der Vorstellung in unsere Kurse, sie möchten lernen, eine Tantramassage zu geben.
Nach einiger Zeit sagen sie etwas ganz anderes:
„Eigentlich muss ich lernen, eine Tantramassage zu empfangen.“
Denn sich wirklich auf einen anderen Menschen einzulassen, die Kontrolle loszulassen, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und gleichzeitig verletzlich und mit sich selbst verbunden zu bleiben, ist oft ein viel grösserer Lernweg, als Menschen zu Beginn vermuten.
Ganzheitliche Berührung
Nun kommen wir zu einem weiteren zentralen Element der Tantramassage: der Ganzheitlichkeit.
Natürlich gibt es viele Formen von Massage und Körperarbeit, die sich als ganzheitlich verstehen. Ich möchte daraus keinen Konkurrenzkampf machen. Und doch würde ich sagen, dass die Tantramassage in zweifacher Hinsicht noch einen Schritt weitergeht.
Die erste Ebene betrifft unseren Blick auf den Körper.
Ich spreche hier gerne von einer Demokratie der Körperteile.
Es gibt dieses schöne Gedicht, in dem sich die verschiedenen Körperteile darüber streiten, wer der Wichtigste ist. Alle haben gute Argumente – und am Ende gewinnt der Anus. 😊
Doch das ist keine Demokratie.
Demokratie bedeutet, dass alle Körperteile gleichberechtigt sind. Sie unterscheiden sich in ihrer Funktion, darin, wie sie fühlen, wie empfindsam sie sind und auf welche Berührungen sie reagieren. Doch kein Körperteil ist wichtiger als ein anderes.
Genau diese Haltung versuchen wir in der Tantramassage zu leben. Ein Finger ist nicht wichtiger als ein Penis. Ein Zeh nicht wichtiger als eine Brust. Die Schulter nicht wichtiger als die Vulva. Kein Körperteil steht über einem anderen.
Gerade bei den Genitalien beobachten wir jedoch ein spannendes Phänomen. In den meisten Massageformen sind sie – aus guten Gründen – nicht Teil der Berührung. Dort verläuft eine klare Grenze.
In der Tantramassage kann diese Grenze entfallen, wenn die empfangende Person das möchte. Dadurch entsteht jedoch eine neue Herausforderung. Weil intime Berührung im Alltag und auch in anderen Methoden so selten vorkommt, fällt plötzlich sehr viel Aufmerksamkeit auf die Genitalien. Und schon entsteht wieder ein Ungleichgewicht.
Unsere Haltung ist deshalb eine andere.
Die Genitalien sind weder wichtiger noch unwichtiger als alle anderen Körperteile. Sie gehören selbstverständlich zum Körper – nicht mehr und nicht weniger.
Das klingt in der Theorie einfach. In der Praxis ist es oft ein langer Weg. Denn gerade die Genitalien sind für viele Menschen mit Scham, Angst, Verletzungen oder Leistungsdruck verbunden. Eine wirkliche Gleichberechtigung aller Körperteile entsteht deshalb nicht durch einen Gedanken, sondern durch viele Erfahrungen.
Doch Ganzheitlichkeit bedeutet für uns noch etwas Zweites.
Es geht nicht nur darum, den ganzen Körper zu berühren.
Es geht darum, dem ganzen Menschen zu begegnen.
Das ist übrigens nicht nur unser Anspruch an die Tantramassage, sondern an alle Formen der Körperarbeit, die wir am ISSB vermitteln.
Wir möchten Menschen nicht nur körperlich berühren. Wir möchten, dass sie sich auch innerlich berührt fühlen. In ihrem Herzen. In ihren Gefühlen. Vielleicht auch in ihrer Seele.
Der Mensch soll sich gesehen, willkommen und genährt fühlen – körperlich, emotional und seelisch. Gerade darin liegt die grosse Sehnsucht vieler Menschen. In einer Zeit, die von Geschwindigkeit, ständiger Erreichbarkeit und digitalen Reizen geprägt ist, werden solche Räume immer seltener. Umso wertvoller kann es sein, einen Ort zu haben, an dem nichts erreicht werden muss und wir einfach wieder bei uns selbst ankommen dürfen.
Erfahrungsraum
Den Unterschied zwischen Lernraum und Erfahrungsraum habe ich bereits weiter oben beschrieben. Trotzdem ist mir an dieser Stelle noch eine Ergänzung wichtig.
Natürlich kann auch eine Tantramassage Teil eines Lernprozesses sein. Wir begleiten Menschen über längere Zeit und nutzen die Tantramassage durchaus als Methode innerhalb einer Prozessbegleitung.
Wenn wir uns jedoch noch einmal auf den Kern des Tantra besinnen, geht es um etwas anderes.
Es geht darum, in diesem Moment anzukommen.
In der Verbindung mit mir selbst.
Mit dem anderen Menschen.
Und vielleicht mit etwas Grösserem.
Im Taoismus gibt es dazu ein Bild, das mich seit vielen Jahren begleitet.
Es gibt die weltliche Achse. Sie beschreibt unser Leben als Zeitstrahl. Wir befinden uns immer an einem bestimmten Punkt unseres Lebens. Und trotzdem ist unser Geist häufig ganz woanders. Wir denken über Vergangenes nach oder beschäftigen uns mit der Zukunft.
Unser Körper ist hier.
Unser Geist oft nicht.
Dem gegenüber steht die göttliche Achse. Sie verläuft quer zur Zeit. Immer dann, wenn wir wirklich präsent werden, berühren wir diese Dimension. Wir erleben Verbindung – mit uns selbst, mit dem Leben und manchmal auch mit etwas, das grösser ist als wir selbst.
Vielleicht ist das einer der Gründe, weshalb mich Christopher Nolans Film Interstellar immer wieder so berührt. Dort gibt es die wunderschöne Idee, dass Liebe die Kraft ist, die Raum und Zeit überwinden kann.
Denn genau darum geht es für mich auch in der Tantramassage.
Ja, es geht um Sexualität.
Ja, es geht um Lust.
Ja, es geht um Erregung.
Doch in der Essenz geht es um etwas Tieferes.
Es geht um Liebe.
Wir nutzen die sexuelle Energie nicht als Selbstzweck, sondern als Möglichkeit, mehr Verbundenheit mit uns selbst und dem Leben zu erfahren.
Integration
Zu jedem transformativen Raum gehört auch die Integration.
Im Yoga gibt es dafür die Savasana, die Schlussentspannung. Obwohl die eigentliche Praxis bereits beendet ist, gilt gerade sie für viele als einer der wichtigsten Momente.
Ähnlich verstehen wir auch das Nachruhen in der Tantramassage.
Nach dem Ritual zieht sich die begleitende Person bewusst aus dem direkten Kontakt zurück. Es wird nicht mehr berührt, nicht mehr gehalten, nicht mehr begleitet. Die Raumhalterin oder der Raumhalter bleibt zwar präsent, nimmt nun aber die Rolle einer Zeugin oder eines Zeugen ein.
Dadurch entsteht ein stiller Raum, in dem die empfangende Person ganz bei sich nachspüren kann.
Oft beginnt die eigentliche Integration genau dort.
Natürlich endet dieser Prozess nicht mit dem Ritual. Er setzt sich häufig über Stunden oder Tage fort.
Wir lesen in unseren Ausbildungen Hunderte von Protokollen über Tantramassagen. Und auch nach bald zwanzig Jahren staune ich immer wieder, was in zwei Stunden geschehen kann.
Wenn Menschen wirklich präsent sind, wenn sie sich selbst begegnen und den Mut haben, das wahrzunehmen, was in ihnen lebendig wird, entstehen oft überraschende Erkenntnisse. Plötzlich werden alte Muster sichtbar. Neue Erfahrungen möglich. Zusammenhänge erkennbar.
Dieses Staunen hat mich bis heute nicht verlassen.
Vielleicht ist genau das das grösste Geschenk der Tantramassage.
Nicht, dass sie Menschen verändert.
Sondern dass sie ihnen einen Raum eröffnet, in dem sie sich selbst auf eine neue Weise begegnen können.
Das, was ich in diesem Artikel beschrieben habe, ist unser Verständnis von Tantramassage. Es ist eine Haltung, die über viele Jahre aus Erfahrung, Praxis und der Begleitung unzähliger Menschen gewachsen ist. Vieles hat sich in dieser Zeit weiterentwickelt, manches ist differenzierter geworden. Doch der Kern ist derselbe geblieben.
Gleichzeitig ist uns wichtig zu betonen, dass dies nicht die einzige Sichtweise auf Tantramassage ist. Für manche Menschen ist sie vor allem eine Form tiefer Entspannung oder Wellness. Für andere steht die sinnliche oder erotische Erfahrung im Vordergrund. Auch das hat seine Berechtigung.
Wir sehen in der Tantramassage jedoch einen Erfahrungsraum, der weit über diese Aspekte hinausgehen kann. Einen Raum, der uns einlädt, mit unserem Körper, unserer Sexualität und letztlich mit uns selbst in einen tieferen Kontakt zu kommen. Einen Raum, in dem wir für einen Moment nichts erreichen müssen – sondern einfach erfahren dürfen, was in uns lebendig ist.
Wenn dieser Artikel deine Neugier geweckt hat und du diesen Erfahrungsraum nicht nur verstehen, sondern selbst erleben möchtest, freuen wir uns, dich in einem unserer Kurse zu begrüssen.
Einführungstag in Tantramassage an. Ein wunderbarer Einstieg, an dem die Teilnehmenden ein sinnliches Massageritual im Geben und Empfangen kennenlernen.
https://bodyworkcenter.ch/kurse/tantramassage/einfuehrungstag-tantramassage/
Wer gerne intensiver eintauchen möchte, findet vom im Tantramassage-Sommer-Intensivkurs mit Petra einen vertieften Erfahrungs- und Lernraum. Dort vermitteln wir das vollständige Tantramassage-Ritual mit einer Vertiefung der Intimmassage.
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