Archiv Stellungnahmen

Einordnung der Stellungnahme der SRF-Redaktion im Lichte des Ombudsentscheids

Hier der Link zur Stellungnahme von SRF

Die Stellungnahme der SRF-Redaktion zeigt, dass sie auch nach 136 Beanstandungen – darunter von zahlreichen ehemaligen Teilnehmenden sowie drei Eingaben vom Bodywork Center – keine selbstkritische Auseinandersetzung mit der massiven Kritik an der journalistischen Machart der Sendung vorgenommen hat.

Die Redaktion betont, sie habe „nach umfangreichen Recherchen mit zahlreichen voneinander unabhängigen Personen“ gearbeitet. Gleichzeitig räumt sie aber ein, keine Hinweise auf eine koordinierte Aktion oder Kampagne festgestellt zu haben. Diese Darstellung steht im klaren Widerspruch zu den mittlerweile belegten Verflechtungen zwischen den im Beitrag sichtbaren Personen und deren enger Zusammenarbeit im beruflichen und persönlichen Umfeld.

Zudem hat eine der zentralen Protagonistinnen der Sendung Impact, in der Sendung Sichtbar von Blick vom 7. Oktober 2025 selbst bestätigt, dass es eine Gruppe von Menschen gibt, die sich im Vorfeld der SRF-Sendung über diese Themen ausgetauscht und abgestimmt hat. Damit ist belegt, dass eine koordinierte Vorbereitung und gegenseitige Einflussnahme innerhalb dieses Personenkreises stattgefunden hat.

Vor diesem Hintergrund ist die Behauptung der Redaktion, es habe „keine Hinweise auf eine Kampagne oder orchestrierte Aktion“ gegeben, nicht haltbar. Sie zeigt vielmehr, dass SRF wesentliche Hinweise auf Absprachen und Interessenkonflikte – die bereits vor der Ausstrahlung vorlagen – nicht überprüft oder bewusst ignoriert hat. Dieses Unterlassen stellt einen gravierenden Verstoss gegen die journalistische Sorgfaltspflicht und das Sachgerechtigkeitsprinzip nach Art. 4 Abs. 2 RTVG dar.

Zudem beruft sich SRF auf zwei „Expertinnen“, die angeblich von Missständen gewusst hätten. Weder deren Namen noch deren tatsächliche Fachqualifikation oder Bezug zum Bodywork Center werden transparent offengelegt. Dadurch entsteht der Eindruck, dass SRF Autorität statt überprüfbarer Fachlichkeit ins Feld führt – ein Vorgehen, das nach publizistischen Richtlinien (Ziff. 3.1 und 3.3 SRF) unzulässig ist, wenn es um schwerwiegende, potenziell rufschädigende Vorwürfe geht.

Die Redaktion versucht, ihre einseitige Schwerpunktsetzung mit dem Argument zu rechtfertigen, sie habe „bewusst kritische Stimmen fokussiert“ und „die besten Argumente der Schule gebracht“. Diese Darstellung ist faktisch unzutreffend, da das Bodywork Center weder Gelegenheit erhielt, zu den konkreten Vorwürfen (insbesondere zu den Aussagen rund um den Kurs mit dem Analfisting-Vorwurf und den vorgeworfenen Grenzverletzungen gegenüber der Protagonistin) Stellung zu nehmen, noch wurden entlastende Zeugenaussagen berücksichtigt. Auch das pauschale Verweisen auf „zufriedene Kundinnen und Kunden“ ersetzt keine ausgewogene Darstellung, wie sie Art. 4 Abs. 2 RTVG verlangt.
Besonders gravierend ist, dass SRF in der gleichen Stellungnahme erneut die beanstandeten Punkte bestätigt, die von der Ombudsstelle als sachlich unzulässig beurteilt wurden:

  • Zur Tschechien-Sequenz schreibt SRF, man habe „verdeutlichen wollen, dass im Ausland Fälle von Grenzüberschreitungen bekannt seien“ und die Schule in Tschechien sei „in ihrer Ausrichtung vergleichbar“. Diese Argumentation verkennt, dass die Ombudsstelle die assoziative Verknüpfung als klar unzulässig und nicht sachgerecht beurteilt hat, weil sie das Bodywork Center faktisch in einen Zusammenhang mit schweren Straftaten bringt.
  • Zum Vorwurf „Analfisting“ wiederholt SRF in der Stellungnahme vom 29. Oktober 2025:
    „Betreffend ‘Analfisting’ sei weder im Video noch im Online-Text gesagt worden, dass ‘Analfisting’ im Kurs tatsächlich durchgeführt worden sei. […] Im Zentrum der Schilderung sei gestanden, dass das Bodywork Center Grenzüberschreitungen in Kauf genommen und nicht adäquat auf das Unwohlsein von Schüler:innen reagiert habe.“

Angesichts der vorliegenden Belege musste SRF wissen, dass die in dieser Form behaupteten Grenzüberschreitungen nicht stattgefunden haben: Es liegen übereinstimmende Zeugenaussagen, ein wertschätzender E-Mail-Verkehr mit der Protagonistin (August 2022 – 1 Jahr nach dem Kurs) sowie ein anwaltliches Schreiben der Protagonistin (9. Oktober 2025) vor, in dem die behaupteten Grenzverletzungen nicht mehr thematisiert werden. Zusätzlich relativiert die Protagonistin in der Sendung «sichtbar» (Blick, 7. Oktober 2025) die Darstellung und bestätigt, dass es um eine Analmeditation ging, kein Analfisting stattfand und sie den Raum jederzeit hätte verlassen können. SRF war diese Beweislage bekannt und hielt dennoch an der ursprünglichen Dramaturgie und dem Vorwurf fest, anstatt die Sachlage zu überprüfen oder zu korrigieren. Damit verweigert die Redaktion faktisch die Umsetzung der Ombudsrüge, indem sie die Kernaussage unangetastet lässt und ihre Begründung durch semantische Relativierungen ersetzt.

Diese Haltung ist aus journalistischer wie aus rechtsstaatlicher Sicht hochproblematisch:
Trotz eines Ombudsentscheids, der zwei klare Sachgerechtigkeitsverstösse feststellt und den Gesamteindruck als meinungsbildungsverzerrend bezeichnet, zeigt SRF keinerlei Bereitschaft zur Korrektur, Transparenz oder öffentlichen Richtigstellung. Damit verstösst SRF gegen seine Pflicht, beanstandete Berichterstattung zu prüfen, Fehlleistungen anzuerkennen und die Öffentlichkeit über Korrekturen zu informieren, wie es Art. 4 Abs. 2 RTVG und Ziff. 3.3 SRF-Publizistische Richtlinien vorsehen.

Update Stellungnahme SRF Sendung Impact 3.11.2025

Zuerst ein herzliches Dankeschön vom Team des Bodywork Centers an alle, die uns in dieser herausfordernden Phase unterstützt haben. Die Resonanz hat uns überwältigt: Auf die ursprünglich rund 90 Eingaben folgten am Ende 136 Beanstandungen. Danke für eure Mails, eure Rückmeldungen und eure Zuversicht.

Die Ombudsstelle hat in zwei zentralen Punkten einen Verstoss gegen das Sachgerechtigkeitsprinzip festgestellt. Nach ihrer Beurteilung führt dies auch dazu, dass der Gesamteindruck die Meinungsbildung des Publikums beeinträchtigt wurde.

👉 Zum Gesamtbericht der Ombudsstelle

Wir verstehen, dass einzelne von euch über nicht beanstandete Punkte enttäuscht sind – etwa zu möglichen Interessenkonflikten Beteiligter oder zur „Sekten/Guru“-Rahmung. Auch wir hätten uns hier eine vertieftere Würdigung gewünscht. Gleichzeitig ist wichtig zu wissen: Die Quote, mit der die Ombudsstelle Beanstandungen ganz oder teilweise stützt, ist erfahrungsgemäss sehr tief. Vor diesem Hintergrund werten wir die Feststellungen in zwei Kernpunkten als bedeutsam.

Wir werden den Fall an die UBI weiterziehen und sehen unsere Chancen intakt. Besonders relevant ist für uns folgende mögliche UBI-Massnahme: den Mangel zu beheben und Massnahmen zu treffen, damit die Verletzung sich nicht wiederholt.

Zudem ist der Punkt „Analfisting“ zentral. Er zeigt, dass die betreffende Person nachweislich falsche bzw. widersprüchliche Aussagen gemacht hat. Die Ombudsstelle formuliert dies nicht juristisch, weil sie keine rechtlichen Bewertungen vornimmt; aufgrund der eingegangenen Zeugenaussagen blieb in diesem Punkt jedoch keine andere Wahl, als die Darstellung zu rügen. Damit verlieren die Aussagen der betreffenden Person – und in der Folge auch jene ihres Praxispartners – erheblich an Glaubwürdigkeit und unterstreichen, wie unsorgfältig und einseitig die Reportage angelegt ist.

Erwartungsgemäss fiel das Medienecho verhalten aus; Korrekturen solcher journalistischen Verfehlungen erhalten erfahrungsgemäss wenig Aufmerksamkeit. Immerhin gab es eine Publikation, die den Fall aufgriff und einordnete: SRF-Beitrag zu Tantra-Schule teilweise gerügt.

Erfreulich ist, dass die in der TV-Sendung auftretenden Protagonist*innen einem laufenden Ausschlussverfahren zuvorgekommen sind und aus dem Förderverein Tantramassage ausgetreten sind. Wir freuen uns nun, gemeinsam mit dem Förderverein und den anderen Tantramassage-Schulen in der Schweiz das Berufsfeld weiterhin verantwortungsvoll weiterzuentwickeln – so, wie wir es seit 18 Jahren tun.

Ende November findet ein Team-Treffen statt, an dem wir die nächsten Schritte für die Schule beraten. Wir halten euch hier auf dem Laufenden. Danke für euer Vertrauen und eure Unterstützung.

Update Hintergründe Analfisting

Neue Version der Stellungnahme vom 13.10. 2025

Durch die Recherche und den Beobachter-Artikel wurde der Vorwurf, im Kurs sei Analfisting praktiziert worden, von SRF und der Protagonistin zurückgenommen. SRF behauptet nun, diese Aussage sei in der Sendung nie gemacht worden.

Im Vorfeld hatte SRF in den pauschalen Vorwürfen jedoch Analfisting ausdrücklich als Methode genannt, die in unseren Kursen praktiziert werde – ohne offenzulegen, um welchen Kurs es gehen soll. Dadurch war es uns verwehrt, zu dieser konkreten Kursdarstellung rechtzeitig Stellung zu nehmen; insbesondere konnten wir weder ein „best argument“ einreichen noch Zeugenaussagen beilegen. Aus unserer Sicht verstösst dies gegen Treu und Glauben sowie gegen die journalistische Sorgfaltspflicht. Dies haben wir bei der Ombudsstelle beanstandet.

Inzwischen liegen uns mehrere Zeugenaussagen aus dem betreffenden Kurs vor – darunter von Personen, die direkt mit der Protagonistin in Kontakt waren. Diese Personen haben ebenfalls Beanstandungen bei der Ombudsstelle eingereicht und den Kursverlauf aus ihrer Sicht dargelegt. Ihre Darstellungen decken sich und widersprechen der Sendung klar – sowohl in Bezug auf „Analfisting“ als auch hinsichtlich der behaupteten Grenzüberschreitungen und der Behauptung, die Teilnehmerin habe den Raum nicht verlassen dürfen.

Wichtig: Keine dieser Personen wurde von uns kontaktiert; alle haben sich eigenständig gemeldet, weil sie die Kursdarstellung als rufschädigend erlebten. Sie sind bereit, ihre Aussagen gegenüber der Ombudsstelle – und nötigenfalls juristisch – zu bestätigen.

Wie bereits beanstandet, wusste SRF von solchen Gegenstimmen, hat sie aber nicht berücksichtigt. Dadurch blieb die Darstellung unwidersprochen und wurde durch die Inszenierung zusätzlich emotional verstärkt. Mit einer Gegenstimme wäre die Einseitigkeit offensichtlich geworden.

Zur Einordnung der Analmeditation im Kurs „Vertrauen“
Die Übung findet am 3. Kurstag als Analmeditation statt: eine achtsame Körperwahrnehmungs-Sequenz mit klaren Sicherheits-, Consent- und Abbruchregeln. Sie dient der Schulung von Präsenz, Atmung, Kommunikation und Grenzen – nicht der Ausführung extremer Praktiken. In der Theorie beziehen wir uns auf das Fachbuch von Bert Herrman, „Trust – The Hand Book: A Guide to the Sensual and Spiritual Art of Handballing“ (Alamo Square Press, 1991), das die Thematik ganzheitlich (Sicherheit/Anatomie, Technik, Achtsamkeit, Spiritualität) einordnet. Der im Alltag geläufigere Begriff „Fisting/Handballing“ wird dabei begriffsklärend verwendet; in der Praxis der Analmeditation findet kein Fisting statt und es wird keine Faust eingeführt.

Methodisch orientieren wir uns am von Chester Mainard geprägten Prinzip der „Resilient Edge of Resistance“ – der „widerstandsfähigen Widerstandsgrenze“: Berührung bleibt genau dort, wo sie sich für die empfangende Person sicher, stimmig und unterstützend anfühlt, ohne zu überfordern. Dieses Prinzip ist verwandt mit dem in der manuellen Therapie beschriebenen „elastic barrier“ (elastische Barriere) – dem fühlbaren, nicht zu überschreitenden Gewebewiderstand vor dem anatomischen Limit. Entsprechend arbeiten wir langsam, fein dosiert, dialogisch und stoppen jederzeit auf Wunsch.

Aus Sicherheitsgründen ist in diesem Setting alles, was darüber hinausgeht, ausdrücklich ausgeschlossen. Für untrainierte Menschen wäre das Einführen einer Faust in einer einstündigen Übung weder realistisch noch verantwortbar und wäre mit erheblichen Risiken verbunden – deshalb ist dies kein Inhalt der Analmeditation. Der Ablauf bleibt freiwillig (inkl. Partnerwahl), Teilnehmende können jederzeit pausieren oder den Raum verlassen; bei emotionaler Überforderung erfolgt ein Check-in und ggf. Begleitung.

Grundsätzlich gilt: Alle Teilnehmenden können den Raum jederzeit verlassen. Bei emotionaler Instabilität führen wir ein Check-in durch und klären individuell, ob zusätzliche Begleitung oder Betreuung notwendig ist.

Nach der Ausstrahlung der Sendung haben wir erfahren, dass mehrere Teilnehmende des betreffenden Kurses von der Teilnehmerin aus der Sendung kontaktiert wurden, um ihre Wahrnehmung zu bestätigen. Da jedoch niemand von ihnen in der Sendung zu Wort kam, stellt sich für uns die Frage, weshalb das SRF dieses Thema dennoch so prominent aufgegriffen hat – obwohl der Redaktion bekannt war, dass die Aussage nicht bestätigt wurde.

Update Stellungnahme SRF Sendung Impact 28.09.2025

Wir möchten uns herzlich für die zahlreichen E-Mails und Eingaben an die Ombudsstelle bedanken. Es ist ermutigend zu sehen, dass viele Menschen, die unsere Kurse besuchen und schätzen, ihre Eindrücke teilen und damit unsere Wahrnehmung bestätigen, dass die Sendung in Teilen ein verzerrtes Bild vermittelt hat.

Ein Punkt, der uns besonders beschäftigt, ist der Vorwurf, wir hätten Personen im Vorfeld der Sendung bedroht. Richtig ist: Wir wurden über Aussagen informiert, die wir als rufschädigend einstufen mussten – unter anderem von Personen aus dem Umfeld der Sendung, darunter auch P.A., der später im Beitrag auftritt. In solchen Fällen erlaubt das Gesetz ausdrücklich, eine rechtliche Abmahnung auszusprechen, was wir transparent kommuniziert haben. Dass dieser Schritt im Beitrag als Bedrohung dargestellt wurde, halten wir für eine missverständliche Interpretation.

Zum Vorwurf „Analfisting“

Die Sendung stützt sich im Wesentlichen auf wenige Personen, die einander nahestehen und bei denen persönliche oder wirtschaftliche Interessenskonflikte naheliegen. Unabhängige Stimmen, die unsere Schule und Kurse aus eigener Erfahrung kennen, wurden nicht einbezogen. Aus journalistischer Sicht wäre eine breitere Abstützung der Darstellung wichtig gewesen.

Auch die überprüfbaren Fakten im Beitrag sind aus unserer Sicht teils unzutreffend oder stark verkürzt dargestellt. Im Fall „Analfisting“ liegt nachweislich eine Falschaussage vor, die durch Zeugenaussagen widerlegt wird. Uns ist bekannt, dass SRF vor der Ausstrahlung Teilnehmende kontaktiert hat – ohne eine Bestätigung für die Vorwürfe zu erhalten. Dennoch wurde die Anschuldigung gesendet.

Irritierend ist für uns zudem, dass die Praxis von Herrn P.A., der im Beitrag eine zentrale Rolle spielt, am Ende positive mediale Aufmerksamkeit erhält – obwohl alle Mitarbeitenden dieser Praxis bei uns ausgebildet wurden. Dies lässt zumindest Fragen nach einem möglichen Interessenkonflikt offen.

Wir betonen: Wir sind offen für Kritik und Rückmeldungen. Auch wenn wir den Beitrag als einseitig und für unser Ansehen sehr problematisch empfinden, nehmen wir die darin aufgeworfenen Punkte ernst, werden sie sorgfältig prüfen und transparent darauf eingehen. Gleichzeitig ist es uns wichtig, unbegründete oder falsche Behauptungen richtigzustellen.

Wir setzen darauf, dass die Ombudsstelle die eingereichten Rückmeldungen sorgfältig würdigt und zu einer differenzierten Beurteilung kommt. Für uns steht im Vordergrund, dass die Diskussion über unsere Arbeit sachlich und fair geführt wird.

Stellungnahme SRF Sendung Impact 24.09.2025

Diese Stellungnahme haben wir im Vorfeld der Ausstrahlung verfasst, ohne den genauen Inhalt der Sendung zu kennen. Nach der Ausstrahlung werden wir die Sendung sorgfältig analysieren und im Team entscheiden, ob und in welcher Form wir uns dazu weiter äussern werden.

Im Moment sind wir betroffen und auch schockiert über das Vorgehen des Schweizer Fernsehens SRF. Dass ein solcher Umgang in den Medien offenbar üblich ist, bleibt für uns schwer nachvollziehbar – zumal wir noch vor wenigen Monaten sehr positive Erfahrungen mit dem SRF machen durften. Damals waren wir Teil der Sendung Puls. Die verantwortliche Journalistin nahm selbst an einem unserer Kurse teil und beschrieb die Atmosphäre als sehr positiv.

Wir danken allen Menschen, die uns bereits vor der Ausstrahlung unterstützt haben. Sollte die Sendung tatsächlich so einseitig und rufschädigend ausfallen, wie wir das vermuten, wären wir dankbar, wenn ihr eure persönlichen Erfahrungen mit uns und unseren Kursen bei der Ombudsstelle des SRF einbringt und dort eine Beschwerde einreicht. Damit helft ihr mit, ein ausgewogeneres Bild zu zeichnen.

https://www.srgd.ch/ombudsstelle/beanstandung-einreichen/

Wir müssen leider davon ausgehen, dass der Bericht nicht auf überprüfbaren Fakten basiert oder diese verzerrt darstellt. Gemäss SRF werden rund ein Dutzend Menschen Stellung nehmen – nach den bisherigen Informationen ausschliesslich mit kritischen Vorwürfen. Wir haben das SRF darauf hingewiesen, dass bei den offiziellen Anlaufstellen wie dem EASB oder dem Förderverein Tantramassage in all den Jahren keine Beschwerde gegen uns eingegangen ist.

Seit unseren ersten Kursen arbeiten wir zudem mit persönlichen schriftlichen Feedbackformularen. Über die Jahre haben wir tausende von Rückmeldungen gesammelt – und können belegen, dass über 95 % der Teilnehmenden unsere Arbeit als zufriedenstellend bis sehr gut bewerten. Die durchschnittliche Bewertung bezüglich Wohlbefinden und Sicherheit im Kurs ist bei 4.82 von 5. Würde sich das SRF an den Grundsatz ausgewogener Berichterstattung halten, müssten in einer Sendung mit 12 kritischen Stimmen mindestens auch 12 positive Stimmen vorkommen. Streng genommen würde bei 10 kritischen Stimmen eine faire Relation sogar mindestens 90 positive Stimmen erfordern. Diese Zahlen sollen einfach aufzeigen wie die Realität ausschaut.

Wir sind sehr offen für Kritik, wenn sie respektvoll, auf Augenhöhe und mit echtem Interesse an einer Lösung geäussert wird. Einseitige Vorwürfe, die über Medien verstärkt werden, dienen diesem Ziel jedoch nicht.

Vor über drei Monaten haben wir erfahren, dass eine Sendung über uns geplant ist, die stark einseitig und negativ ausgerichtet sein soll. Als im Juli entsprechende Rückmeldungen zunahmen, haben wir das SRF direkt kontaktiert. Uns wurde mitgeteilt, dass die Sendung am 20. August ausgestrahlt werde und wir noch für eine Stellungnahme angefragt würden. Das bedeutet: Die Sendung wurde über Monate vorbereitet – ohne uns einzubeziehen. Auch neutrale Stellen wie der Berufsverband EASB oder der Förderverein Tantramassage wurden nicht kontaktiert.

Anfang August erhielten wir schliesslich eine Liste von anonymen, sehr pauschalen Vorwürfen, die sich über einen Zeitraum von 15 Jahren erstreckten. Einfach zur Relation – in diesen Jahren hatten wir über 40’000 Kursteilnahmen. Auf unsere Rückfragen wurde nicht eingegangen; stattdessen wurden unsere Einwände teilweise so verdreht, dass sie in die vorbereitete Geschichte passten. Wir mussten unsere Stellungnahmen abgeben, ohne zu wissen, wie diese im Bericht verwendet oder dargestellt würden.

Kurz darauf wurde uns mitgeteilt, dass die Sendung verschoben wird – ohne nähere Begründung. Für uns bedeutete das wochenlange Unsicherheit darüber, was auf uns zukommen würde. Für ein kleines KMU ist es schwer nachvollziehbar, wenn ein staatlich gebührenfinanzierter Sender seine Macht auf so intransparente Weise ausübt.

Parallel dazu wurden wir aus verschiedenen Quellen informiert, dass einzelne Beteiligte aus dem Umfeld der Sendung gezielt versuchen, uns in ein schlechtes Licht zu rücken. Besonders problematisch ist, dass Menschen vom einem Berufsverband welche teilweise mit der Sendung verbunden sind, bereits im Vorfeld rufschädigende Falschaussagen verbreitet haben. Wir mussten 3 Abmahnungen versenden. Immerhin hat sich eine der betroffenen Personen inzwischen in einer öffentlichen Stellungnahme entschuldigt.

Wir werden die Aussagen in der Sendung sehr ernst nehmen und sorgfältig prüfen. Gleichzeitig gilt bei uns eine klare Regel: Wir nehmen Rückmeldungen ernst – aber wenn Menschen mit Drohungen, Rufschädigung oder unrechtmässigen Forderungen auftreten, setzen wir Grenzen und schützen uns. So werden wir auch mit dieser Sendung und den darin auftretenden Stimmen umgehen.

In Bezug auf das SRF bleibt unsere Hoffnung, dass zukünftige Berichterstattung wieder so respektvoll und professionell sein wird, wie wir es in früheren Beiträgen (z.B. in der Sendung Puls) erlebt haben.

Wir als Schule hatten mit unserem Team gerade unser jährliches Visionstreffen. Dabei ist uns noch einmal bewusst geworden, wie viel Kraft, Kreativität und Leidenschaft in unserer Arbeit steckt. Wir freuen uns sehr darauf, diesen Weg mit neuen Ideen und Projekten weiterzugehen – und dabei weiterhin Räume für Wachstum, Begegnung und Verbundenheit zu öffnen.
Unser Blick richtet sich nach vorne: auf all die Menschen, die uns ihr Vertrauen schenken und mit denen wir diese Reise teilen dürfen. Gemeinsam möchten wir weiterhin dazu beitragen, dass Sexualität, Körperarbeit und Beziehungsgestaltung in einem Klima von Achtsamkeit, Respekt und Freude erfahrbar werden.