Stimmen von Teilnehmenden
Gerne teilen wir hier eine kleine Auswahl an Rückmeldungen und Stimmen von aktuellen und ehemaligen Teilnehmenden und möchten uns nochmals von Herzen für die grosse Unterstützung bedanken, die wir im letzten Jahr erleben durften. Wir sind uns bewusst – das sind teilweise lange Texte – wir möchten den Stimmen der Teilnehmenden ungekürzt Raum geben. Und wir danken den Menschen dass wir diese Texte veröffentlichen dürfen. Diese Stimmen berühren uns, weil sie die Tiefe, Ernsthaftigkeit und Menschlichkeit unserer Arbeit sichtbar machen – dort, wo Beziehung, Körperbewusstsein und persönliches Wachstum wirklich stattfinden.
Zur Einordnung
Die Rückmeldungen stehen im Zusammenhang mit einer Berichterstattung des SRF. Für Menschen, die den Kontext noch nicht kennen oder sich dafür interessieren, haben wir hier zusätzliche Informationen zusammengestellt. Diese dienen der Transparenz und der eigenen Meinungsbildung.
Feedback Kursbesuch
Ich bin sehr traurig und irritiert über diese sehr einseitige Berichterstattung. Ich bin auch sehr erstaunt, über das zentrale Thema von Grenzen. Ich nehme das Bodyworkcenter als einen der wenigen Orte auf der Welt war, an dem der Umgang mit Grenzen überhaupt und so stark gelehrt wird. Ich bin persönlich das erste Mal in meinem Leben, an meinem ersten Tag im Bodyworkcenter mit der Kommunikation und dem Spüren meiner Grenzen in Berührung gekommen und das hat mein Leben schrittweise und nachhaltig verändert. Wie wertvoll! Ich bin soviel lebendiger, dadurch, dass ich weiss, wie ich auf meine Grenzen achten kann und sie kommunizieren kann. Zu hören, das Grenzen in mehreren Ausbildungen nicht thematisiert wurde, verwundert mich sehr. Für mich war es ein Thema in jedem Kurs, in jeder Berührung, jeder Massage – das Credo der Kursleitenden: sprecht, fragt nach, kommuniziert jeder Zeit!! In fast schon „nervigen Ausmassen“, um es uns wirklich immer wieder vor Augen zu führen, dass wir kommunizieren müssen, um in unserer eigenverantwortlichen Stärke Grenzen zu wahren und unsere Welt zu erschaffen.
Feedback Kursbesuch
Die Sache mit SRF hat mich auch sehr erschüttert. Es gab für mich kaum einen anderen Ort wie eure Tantraschule, der für mich – gerade als Frau – zu jeder Zeit so sicher und achtsam gestaltet war.
Ich habe in den Kursen mich selbst, meine Bedürfnisse und diejenigen meines Partners kennengelernt. Ich habe durch euch gelernt, zum ersten Mal über Sexualität, Empfindungen, Wünsche und Grenzen zu sprechen – ich hatte vor euren Kursen nicht einmal genügend Wortschatz dafür. Ich bin ein grosses Stück selbstbewusster und selbstsicherer geworden und habe jeden Kurstag bei euch wie kleine Ferien äusserst wertvoll gefunden.
Ich denke, ziemlich alle Teilnehmenden, die mehr als einmal bei euch waren, wissen, dass die gemachten Vorwürfe ungerechtfertigt und eure Arbeit und das Team super cool sind.
«Tantra ist viel mehr als Sex»
Ehemalige Schülerinnen und Schüler erheben schwere Vorwürfe gegen die Zürcher Tantra-Schule Bodywork Center. Die Schule weist die Anschuldigungen zurück. Blick sprach mit Tantra-Lehrerin Soraya Adelaida.
Nach den Vorwürfen drohen Tantra-Schulen in Verruf zu geraten. Was möchtest du Interessierten mitgeben?
Die Vorwürfe machen mich traurig, weil ich die Bodywork-Schule und den Schulleiter kenne und dort selbst gute Erfahrungen gemacht habe. Ich habe nie etwas erlebt, das den Anschuldigungen entspricht.
Ein Zitat aus 20min
Andere aus der 20-Minuten-Community dagegen hätten bisher nur positive Erfahrungen gemacht. Danny (37) habe in den vergangenen zwei Jahren mehrere Kurse im Bodywork Center besucht. «Ich habe mich dort immer sehr sicher und in meinen Grenzen respektiert gefühlt. Die Berichterstattung hat mich deshalb komplett überrascht.» Es sei immer darauf geachtet worden, dass es für alle stimmig sei, sagt er. Gruppendruck habe er nie gespürt. «Ich fände es schlimm, wenn jemand zu etwas gezwungen würde.»
Feedback Kursbesuch
Die Sendung startet schon mit einer Falschaussage: Grenzen wuerden nicht respektiert. Ganz im Gegentei – in jedem Kurs, den ich bei euch gemacht habe, wurde wieder und wieder betont: „Sag nein, wenn etwas fuer dich nicht passt“. In 1, 2 Faellen wollten Teilnehmerinnen den Kurs abbrechen, und auch das wurde voll akzeptiert, ohnen jeglichen negativen Kommentar oder Druckversuche, doch im Kurs zu bleiben. Die Vorwuerfe, die in dem Film formuliert werden, sind einfach nicht zutreffend.
Auszug aus der Stellungnahme Berufsverband VSSB (ehemals EASB)
Als Berufsverband für somatisch sexologische Bildung (VssB) nehmen wir den am 24.9.25 ausgestrahlten SRF-Bericht ernst und möchten zu folgenden Punkten Stellung nehmen.
1. Einseitige Darstellung
Der Beitrag konzentriert sich nahezu ausschließlich auf den Leiter eines einzelnen Ausbildungszentrums. Weder wurden andere Institute in den Blick genommen, noch Lehrende oder Auszubildende aus unterschiedlichen Schulen befragt. Eine ausgewogene Betrachtung der gesamten Aus- und Weiterbildungslandschaft fand damit aus unserer Sicht nicht statt.
2. Vorhandene Schlichtungsstellen
Für mögliche Unstimmigkeiten stehen seit Jahren unabhängige Anlaufstellen zur Verfügung – sowohl beim VssB (vormals EASB) als auch beim Tantra-Massage-Verband (TMV) und beim Förderverein Tantramassage Schweiz. Beim VssB selbst sind seit seiner Gründung keine Beschwerden gegen das im Beitrag genannte Ausbildungszentrum eingegangen.
Feedback Kursbesuch
Ich habe diesen Einführungskurs vor kurzem besucht und kann die Vorwürfe überhaupt nicht bestätigen. Das wird alles mega achtsam, langsam und respektvoll angeleitet. Die «Gruppenmasturbation am 1. Tag» ist eine Einladung zur vorsichtigen Selbstberührung am ganzen (!) Körper – ohne Druck zu Nacktheit oder Genitalberührung und schon gar nicht zur Masturbation. Die ganze Philosophie der Schule besteht ja genau darin, Sinnlichkeit und Sexualität aus der Fixierung auf Erregung und Orgasmus hinauszuführen. Es gab auch immer wieder Teilnehmer*innen, die sich rausgenommen haben. Das wurde ganz selbstverständlich akzeptiert. Mehr noch: Wir wurden immer wieder dazu eingeladen, gut nachzuspüren, ob wir innerlich bereit sind für die nächste Übung.
Feedback Alexandra Haas, Inhaberin Special Moments (Name mit Zustimmung veröffentlicht)
Ich kenne Didi nun seit 18 Jahren – und in all dieser Zeit habe ich ihn als Mensch enorm schätzen gelernt. Mehrmals habe ich ihn als Referenten in meinen Laden eingeladen und war jedes Mal beeindruckt. Was mich besonders berührt: Seine bescheidene, wertschätzende und achtsame Art. Didi hat eine enorme Fachkompetenz, die er jedoch nie zur Schau stellt. Im Gegenteil: Er reflektiert sich ständig selbst, arbeitet kontinuierlich an sich und bleibt dabei stets nahbar. Durch seine Fachvorträge habe ich unglaublich viel gelernt. Didi versteht es, auch schwierige oder heikle Themen in einer angenehm neutralen, spannenden und gut nachvollziehbaren Weise zu vermitteln – oft mit einem erfrischenden Humor, der die Inhalte noch greifbarer macht.
Bis heute empfehle ich Kundinnen und Kunden immer wieder die Ausbildung an der Sexological Bodywork Schule. Ich weiss aus Erfahrung, dass sie dort in einem „normalen“, respektvollen Umfeld sehr viel mitnehmen und profitieren können. Daran werde ich auch in Zukunft festhalten – denn ehrlich gesagt kenne ich kein vergleichbares Angebot, das auch nur annähernd diese Qualität erreicht. Ich stehe voll und ganz hinter dieser Schule – und hinter Didi als Mensch und Fachperson.
Feedback Kursbesuch
Als ich zum ersten Tantra Kurs am Bodywork Center gekommen bin, wusste ich nicht genau, was mich erwartet. Ich war ziemlich nervös und angespannt, doch schon bei der herzlichen Begrüssung habe ich gespürt, dass dies ein Ort ist, an dem ich mich sicher fühlen darf.
Ich kam gerade aus einer schwierigen Zeit, ich hatte mich ein Jahr zuvor scheiden lassen und hatte auch in der Zeit davor den Kontakt zu mir und meiner sexuellen Energie verloren. Ich spürte viel Angst in mir, vor allem die Angst davor abgelehnt zu werden. Im ersten, und auch in den folgenden Kursen, wurde mir mit so viel zugewandter Achtsamkeit, aber auch Leichtigkeit und Freude begegnet, dass ich all meine Ängste überwinden konnte und wunderschöne Begegnungen erleben durfte. Heute erlebe ich nicht nur mehr Sinnlichkeit, sondern echte Begegnungen mit Menschen und vor allem mit mir selbst, die tief gehen und mich in der Seele berühren.
Ich danke Didi und dem ganzen Team für diese wundervolle Reise. Ihr habt mein Leben nachhaltig verändert, und dafür werde ich euch für immer in tiefer Dankbarkeit verbunden sein.
Feedback Kursbesuch
Ich habe meine Ausbildung zur Tantramasseurin und später zur Sexological Bodywork Praktikerin im Bodywork Centre absolviert und habe diesen Ort als sicher, geerdet, bereichernd und weitend erlebt – sowohl auf persönlicher als auch auf beruflicher Ebene.
Während der zwei Jahre meiner Ausbildung fühlte ich mich stets vollständig unterstützt und frei, an Kursen und Übungssitzungen in einer Weise teilzunehmen, die sich für mich stimmig anfühlte. Es bestand niemals die Verpflichtung, mit jemandem zu arbeiten, bei dem ich mich unwohl fühlte. Wir wurden jederzeit dazu ermutigt, ehrlich zu kommunizieren und offenes Feedback zu geben.
Zu keinem Zeitpunkt fühlte ich mich jemals zu etwas gedrängt oder überredet, das ich nicht wollte oder das sich für mich nicht gut anfühlte. Im Gegenteil – durch meine Ausbildung am Centre konnte ich ein noch klareres und verkörpertes Bewusstsein für meine eigenen Grenzen entwickeln und lernte, diese mit noch mehr Überzeugung und innerer Stärke zu halten.
Aufgrund meiner englischen Herkunft übersetzten die Kursleiterinnen häufig Fachbegriffe und zentrale Konzepte ins Englische, damit ich die Inhalte mit Klarheit und Sicherheit aufnehmen konnte. Ich wurde den ganzen Weg über mit Geduld, Mitgefühl und Respekt behandelt.
Ich bin zutiefst dankbar für die Transformation, die ich während meiner Ausbildung erleben durfte. Umso mehr bricht es mir das Herz, von solch ungerechten Anschuldigungen zu hören – keine davon habe ich jemals erlebt oder beobachtet. Es gab keine Nötigung, keine sektenähnliche Atmosphäre und ganz sicher keine Praktiken wie Analfisting.
Mein Selbstvertrauen, meine Lebensfreude und meine Lebendigkeit haben sich seit Beginn dieses Weges immens erweitert, und ich konnte durch meine Zeit im Centre tief sitzende Traumata heilen.
Ich unterstütze die Arbeit von Didi und Janine voll und ganz und bin zutiefst dankbar für die Integrität, das Herz und die Fürsorge, die sie in dieses Feld einbringen.
Feedback Kursbesuch
Mit grossem Befremden habe ich die Sendung „Impact“ zu den Vorwürfen betreffend Grenzüberschreitungen am Bodywork Center gesehen. Ich habe bis jetzt zwei Workshop zu Bauch-Organ-Massage und einen Kurs „Einführung in die eigene Sexualität“ absolviert, die von Kursleitenden der Bodywork-Centers durchgeführt wurden. In allen Kursen wurde auf eine sehr achtsame Art und Weise gelehrt. Immer wurden die Kursteilnehmenden auf ihre Selbstverantwortung angesprochen. Ich fühlte mich nie gezwungen, irgendetwas zu machen, was ich gar nicht wollte. Die Sendung ist einseitig recherchiert und konzentriert sich v.a. auf dich, Didi als Schulleiter, respektive auf Verfehlungen, die du irgendwann mal gemacht haben solltest. Ehemalige Teilnehmerinnen „kreideten“ der Schule Grenzüberschreitungen an. Keine einzige Person, die eine Ausbildung oder einen Kurs absolviert hat, die positive Erfahrungen gemacht hat, wurde interviewt. Ich finde das von der Berichterstattung her sehr bedenklich.
Feedback Kursbesuch
Ich war 2021 bis 2024 Bodywork-Schüler an der Schule in Zürich und kein einziger der Vorwürfe entspricht meinen Erfahrungen. Die Vorwürfe sind zum Teil schockierend falsch. Dass sich ein Unternehmer wehrt, wenn falsche, rufschädigende Aussagen gemacht werden ist normal. Die Sendung ist meiner Meinung einseitig, effekthaschend und unprofessionell Recherchiert. Ich finde es enttäuschend, dass eine Schule die sich engagiert für das erlernen von gesunder, respektvoller Sexualität, so einseitig und unehrlich portraitiert wird. Zudem – im Gegensatz zu vielen anderen Schulen/Unternehmen/Menschen, habe ich die Schulleitung so erlebt, dass sie an Feedback und Verbesserungen interessiert sind, sie ernst nehmen und auch keine Angst haben über einst begangene Fehler zu sprechen – beste Voraussetzung, um weitere Fehler zu vermeiden. Es ist in der Sexualität wichtig einen gesunden Umgang zu lernen und sich seiner Grenzen bewusst zu sein – um das zu erreichen, braucht es Schulung, Erfahrungen und Gespräche – nicht Tabuisierung und Effekthascherei. Erst recht nicht durch SRF.
Liebe 20-Minuten-Redaktion
Ich beziehe mich auf folgenden Beitrag: https://www.20min.ch/story/gemeinsam-masturbieren-absolventinnen-beklagen-schwere-uebergriffe-in-tantra-schule-103423181
Ich empfehle der Redaktion hier reinzuhören (Pocast Simon und Didi):
Als Teilnehmer mehrerer Kurse im Bodyworkcenter Zürich erkenne ich meine Erfahrungen im Gespräch von Simon Heller mit Didi Liebold wieder. Die im Beitrag von SRF Impact und im Artikel von 20 Minuten zitierten Aussagen einiger anderer Teilnehmender entsprechen hingegen nicht meinen Erlebnissen.
Ein zentrales Thema in allen Kursen war der bewusste Umgang mit Grenzen. Dafür nahmen wir uns wiederholt Zeit in Diskussions- und Austauschrunden. Fester Bestandteil der Übungen war das Einholen von Erlaubnis sowie die Möglichkeit, Erlaubnis zu geben oder zu verweigern. Die Kursleitenden – darunter auch Didi Liebold – schufen einen geschützten Rahmen, in dem sowohl die Grenzen der Teilnehmenden als auch die eigenen respektiert werden konnten. Und das zu jedem Zeitpunkt.
Ich empfand dies als herausfordernd und zugleich sehr wertvoll, da das Erkennen, Setzen und Respektieren von Grenzen weit über den Kurs hinaus von Bedeutung ist. Ich habe gelernt, Grenzen besser wahrzunehmen, klar zu kommunizieren und zu achten – bei mir selbst wie auch bei anderen. Dieses Bewusstsein begleitet mich seither auch im Alltag: im Freundeskreis, in der Familie und im beruflichen Umfeld.
Ich hoffe, dass sowohl SRF Impact als auch 20 Minuten nicht nur kritisch über die Fehler anderer berichten, sondern auch eigene Arbeitsweisen reflektieren und daraus lernen.
Beschwerden an die Ombudsstelle
Beschwerde gegen das Sachgerechtigkeitsgebot (Falschaussagen und Verzerrung der Wirklichkeit) und des Vielfaltsangebot (Fehlen der positiven Stimmen und anderer Meinungen).
Ich habe selbst verschiedene Kurse am Bodywork-Center absolviert. Ich arbeite aber weder beruflich in diesem Thema noch pflege ich persönliche Kontakte zu den Mitarbeitenden des Bodywork-Centers. Ich erachte mich deshalb als neutrale Person.
Es ist mir vollkommen unklar, wieso eine handvoll Personen, die GEGEN die Arbeit des Centers berichten, interviewed wurden, während keine einzige positive Stimme darunter zu finden ist. Ich habe persönlich während der Kurse auch Grenzerfahrungen gemacht, in denen ich mich aber SEHR gut betreut gefühlt habe. Ich kenne von den Schulen und Settings, die ich bisher besucht habe, keine die so transparent, selbstreflektierend und sorgfältig arbeitet wie das Bodywork-Center. Ich persönlich sehe das Center als sehr wichtige und wertvolle Institution, um z.B. an traumatischen Erfahrungen mit echten Experten und Expertinnen arbeiten zu können. Soweit ich es mitbekommen habe, hat die Schule einen exzellenten Ruf. Während meiner Kurse konnte ich immer wieder beobachten, wie für Teilnehmende, die zum Teil schwere traumatische Erfahrungen mitgebrachten haben, Heilung stattgefunden hat. Ich frage mich, warum war keine EINZIGE positive Stimme zu hören? Warum wurden nicht Sexologen, Therapeutinnen oder Psychologen, die dort Ausbildungen absolviert haben und das Center von Innen kennen, interviewed? Warum wurde das Bodywork-Center nicht besucht?
Ich zweifle auch an der Korrektheit der Aussagen:
– Dass Analfisting betrieben wird, erscheint mir absurd (allein physiologisch, bitte denkt mal darüber nach!!)
– Dass es einen Guru-Kult geben soll, ist seltsam- es sind ja so viele verschiedene Lehrpersonen (sieht man auch wenn man die Homepage und die Kurse anschaut).
– Dass man nicht gehen dürfe, wenn es einen zu viel wird, habe ich nie erlebt. Man durfte immer gehen oder pausieren oder nach anderen Lösungen suchen.
Der Grund, warum ich Ihnen schreibe:
Die Vorgehensweise des SRF erschüttert mein Vertrauen in den öffentlich rechtlichen Sender zu tiefst. Gerade in Zeiten wo lautes Geschrei immer mehr zu zählen scheint als Fakten und differenzierte Recherche, sollten sich öffentlich-rechtliche Medien erst RECHT einem hochwertigem Journalismus verpflichten. Das war wirklich blamabel. Ich hoffe Sie bringen das wieder in Ordnung.
Beschwerde an die Ombudsstelle
Mit grosser Befremdung musste ich erfahren, dass das SRF den Prinzipien von Demokratie in dieser Sendung untreu geworden ist. Die Aussagen beziehen sich ausschliesslich auf negativen persönlichen Erfahrungen und werden aus dem Kontext gerissen auf dem Niveau von Sensationshascherei vermittelt. Die Konsequenz davon ist für mich Beihilfe zu versuchtem Rufmord.
Meine Erfahrungen am Bodywork Center sind ganz andere, welche ich mit mehr als 90% der Teilnehmer/innen von Kursen und Ausbildungen (strukturiertes Feedback einsammeln des BodyworkCenters) teile. Von einem SRF würde ich erwarten, dass auch Vertreter/innen der zufriedenen Kunden zu Wort kommen.
Ich selbst, habe am BodyworkCenter eine Ausbildung zur Tantramasseurin abgeschlossen. Jetzt bin ich in Ausbildung zur Sexologischen Bodyworkerin und assistiere regelmässig in Tantrakursen. Mein Wunsch mehr über mich als Frau und meine Sexualität zu lernen hatte mich vor 3 1/2 Jahren zum BodyworkCenter geführt. Von Anfang an, war ich berührt von der achtsamen Begleitung der Lehrenden. Nebst Technik, lernte ich vor allem wie ich meine eigenen Grenzen und die Grenzen meines Gegenübers wahrnehmen kann, Grenzen und Wünsche klar zu kommunizieren und Verantwortung für meine eigene Sexualität zu übernehmen. Wenn ich heute zurückschaue, von wo ich komme und wie ich mich heute fühle, nehme ich eine grosse, positive Veränderung war. Dafür bin Didi Liebold und Janine Hug den Schulleitern, den weiteren Ausbildner/innen, den Assistenten/innen und auch den andern Teilnehmern von Herzen dankbar. Petra, eine der Ausbildnerinnen sagt manchmal „dies ist Friedensarbeit“ und ich teile ihre Meinung. In diesem Sinne, möchte ich das folgende Gedicht von Lao Tzu, welches Didi Liebold anlässlich eines Kurses mit den Teilnehmenden teilte an sie weitergeben:
If there is rightness in the heart,
there will be beauty in the character.
If there is beauty in the character,
there will harmony in the home.
If there is harmony in the home,
there will be order in the nation.
If there is order in the nation,
there will be peace on earth.
Wir machen alle Fehler, wichtig ist, dass wir uns auch für unsere Fehler entschuldigen können. In diesem Sinne, wünsche ich mir, dass das SRF den Mut aufbringt diese Berichterstattung nochmals zu hinterfragen um dem Bodywork Center und all den Menschen, welche dort arbeiten gerecht zu werden.
Beschwerde an die Ombudsstelle
Das Bodywork Center kenne ich seit fast zehn Jahren. Ich durfte dort meine Ausbildungen absolvieren und in eineinhalb Jahren bei Didi Liebold und anderen Lehrern assistieren. Das heisst, ich kenne diese Schule aus eigener Erfahrung sehr gut.
Die ausgestrahlte Dokumentation hat mich persönlich tief getroffen. Ich habe Didi Liebold immer als souveränen, bedachten und achtsamen Lehrer erlebt, der seine Arbeit mit Herz führt. In all den Jahren habe ich an dieser Schule nie schlechte Erfahrungen gemacht – im Gegenteil: Ich bin ihr zutiefst dankbar für das grosse Geschenk, das sie mir gemacht hat. Nicht nur für meine persönliche Entwicklung, sondern auch für die berufliche Freiheit, die ich dank Didi Liebold und dieser Schule gefunden habe und bis heute leben darf.
Was mich zusätzlich irritiert: Patrick, der in Ihrem Beitrag ausführlich zu Wort kommt, ist Co-Präsident eines Berufsverbands und trägt damit Verantwortung für die ganze Branche. Viele Mitglieder – auch ich – empfinden es als nicht vertretenswürdig, dass er den Weg über die Medien wählt. Sein Auftritt schadet dem Ansehen unserer Arbeit und untergräbt Vertrauen. Unklar bleibt zudem, von wem die angebliche Stellungnahme des BVTM stammt und wo sie nachzulesen ist. Auch die Ombudsstelle des FVTM scheint nicht involviert worden zu sein, obwohl sie genau für solche Fälle geschaffen wurde.
Besonders problematisch finde ich die Wortwahl. Der Begriff „Fisting“ im Zusammenhang mit den Vorwürfen ist irreführend – jeder weiss, dass dies ohne langes Training anatomisch kaum möglich ist. Solche ungenauen Begriffe wirken polemisch und beschädigen das seriöse Ansehen der Tantramassage zusätzlich.
Ich erwarte von einem öffentlich-rechtlichen Medium, dass beide Seiten zu Wort kommen: die kritischen Stimmen, aber genauso auch die vielen positiven. Nur so entsteht ausgewogener Journalismus, der der Wahrheit gerecht wird.
Beschwerde an die Ombudsstelle
Sehr geehrte Damen und Herren
Mit grosser Irritation habe ich die genannte Sendung verfolgt. Aus meiner Sicht entspricht sie nicht den Grundsätzen eines neutralen und sorgfältig recherchierten Journalismus.
Ich selbst habe mehrere Kurse am Bodywork Center bei verschiedenen Kursleitern besucht und mich dort jederzeit sicher und achtsam betreut gefühlt. Als traumasensible Coach bin ich gegenüber Grenzüberschreitungen und Machtmissbrauch besonders aufmerksam, konnte jedoch keinerlei entsprechende Beobachtungen machen. Im Gegenteil: Es wurde regelmässig nachgefragt, Grenzen wurden respektiert und achtsam berücksichtigt.
Im Bericht wurden schwerwiegende Vorwürfe erhoben, ohne dass eine Überprüfung oder Gegenperspektive erkennbar war. Es kamen ausschliesslich kritische Stimmen zu Wort. Positive Erfahrungen von Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurden nicht berücksichtigt. Damit entsteht ein einseitiges und verzerrtes – aus meiner Sicht falsches – Bild.
Konkret wurde im Beitrag das Thema „Anal Fisting“ als angeblich tantrische Praxis dargestellt. Dies ist sachlich falsch, da es sich um eine BDSM-Praxis handelt, die mit Tantra nichts zu tun hat. Eine einfache Recherche hätte dies klären können.
Ich erwarte von einem öffentlich-rechtlichen Sender eine sachgerechte, ausgewogene und korrekt recherchierte Berichterstattung. In dieser Sendung sehe ich das Sachgerechtigkeitsgebot gemäss Art. 4 RTVG klar verletzt.
Beschwerde an die Ombusstelle
Mit grosser Bestürzung und wachsendem Unverständnis habe ich den Beitrag verfolgt. Die Art und Weise, wie darin über das Bodywork Center respektive dessen Schulleitung berichtet wurde, wirft gravierende Fragen zur Einhaltung journalistischer Grundprinzipien auf. Besonders schockierend ist dies vor dem Hintergrund, dass die Reportage in einem Rechtsstaat wie der Schweiz ausgestrahlt wurde – und zwar von einer öffentlich-rechtlichen Medienorganisation, die über eine erhebliche Macht- und Einflussstellung verfügt.
Einseitige Quellenlage
In der Sendung werden schwerwiegende Vorwürfe erhoben – von Machtmissbrauch bis hin zu «krassen Grenzüberschreitungen» –, wobei diese fast ausschliesslich auf Aussagen von vier Personen basieren. Diese wenigen Stimmen, von denen einige selbst kommerziell im selben Feld tätig sind und somit potenziell ein wirtschaftliches Interesse an der Rufschädigung der Schule haben, prägen den gesamten Tenor der Reportage. Gleichzeitig werden tausende von Kurs- und Lehrgangsteilnehmenden, die sich in Rückmeldungen zu über 95 % positiv bis sehr positiv geäussert haben, komplett ausgeblendet. Es wird keine einzige dieser Stimmen integriert.
Verletzung journalistischer Grundsätze
• Die Unschuldsvermutung wird missachtet.
• Es fehlt an Sachlichkeit; stattdessen dominieren emotionalisierende und reisserische Formulierungen.
• Es findet keine Trennung zwischen überprüfbaren Fakten und subjektiven Aussagen statt. Subjektive Schilderungen einzelner Personen werden unkritisch als Realität dargestellt.
• Der Schulleitung wird keine adäquate Möglichkeit zur Stellungnahme eingeräumt.
• Es fehlt an Ausgewogenheit – die Darstellung wirkt einseitig, vorverurteilend und stigmatisierend.
• Skandalisierung durch Schlagworte
Besonders irritierend ist die wiederholte Verwendung extremer Begriffe wie etwa «Analfisting» – obwohl ein solcher Inhalt nachweislich weder Bestandteil der Ausbildung war noch von anderen Kursteilnehmenden je bestätigt wurde. Der wiederholte Einsatz solcher Schlagwörter dient offensichtlich der Skandalisierung und Effekthascherei.
Interessenskonflikte
Die betroffenen Personen, die die extremen Vorwürfe äussern, haben im Übrigen selbst am Ausbildungsprogramm teilgenommen und betreiben heute eigene Angebote im Bereich Körperarbeit. Diese Konstellation hätte journalistisch zwingend kritisch eingeordnet werden müssen – stattdessen wirkt der Beitrag wie eine mediale Kampagne mit dem Ziel der gezielten Rufschädigung. Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier Interessen miteinander verflochten sind und SRF instrumentalisiert wurde.
Erwartung an SRF
Von einem öffentlich-rechtlichen Medium wie SRF erwarte ich ein Höchstmass an Sorgfalt, Ausgewogenheit und Verantwortung – gerade bei sensiblen Themen mit potenziell existenziellen Folgen für die Betroffenen. In diesem Fall wurden diese Erwartungen auf besorgniserregende Weise unterlaufen. Die mediale Machtstellung von SRF wurde nicht für die ausgewogene Aufklärung eingesetzt, sondern zur einseitigen Skandalisierung.
Fragen an die Ombudsstelle
• Auf welcher Grundlage erfolgte die Auswahl der interviewten Personen?
• Wie kam der Kontakt zwischen diesen Personen und SRF zustande?
• Warum wurden keine positiven Rückmeldungen aus den tausenden von Kursteilnahmen berücksichtigt?
• Wurde der Schulleitung eine faire und umfassende Möglichkeit zur Stellungnahme gegeben?
Ich ersuche die Ombudsstelle nachdrücklich um eine eingehende Prüfung dieser Angelegenheit.
Beschwerde an die Ombudsstelle
Sehr geehrte Damen und Herren,
Hiermit beanstande ich die oben genannte Sendung aufgrund ihrer Missachtung des Sachgerechtigkeitsgebots. Ich bin selbst in der Ausbildung als Sexologische Körperarbeiterin am Bodywork Center in Zürich, welches Sie im Video benennen. Zudem bin ich Psychologin mit einem grossen Fachwissen zum Thema Trauma sowie eigenen Erfahrungen als Betroffene von sexuellen Missbrauch in der Kindheit.
Zum einen habe ich persönlich ganz andere Erfahrungen als die im Bericht genannten gemacht.
Die Inhalte der Kurse wurden vor der Durchführung angekündigt.
Der differenzierte und lehrreiche Kurs „Traumasensibles Coaching“ war Bestandteil der Ausbildung.
Anal Fisting war weder im Einführungskurs noch in der Ausbildung Sexological Bodywork Bestandteil.
Selbstliebe wurde insofern angeleitet, dass wir uns bewegen und berühren konnten, wie es unseren Körpern in dem Moment entspricht.
Wenn ich eine Übung oder Berührung nicht wollte, habe ich nicht mitgemacht, was jederzeit respektiert wurde.
Wenn jemand einen Übungspartner nicht wollte oder Wünsche hatte, wie z.B. nur mit Frauen in Berührung zu gehen, wurde dies jederzeit verständnisvoll akzeptiert.
Wenn Menschen Traumareaktionen wie Dissoziation oder heftige Gefühlsausbrüche zeigten, wurde sofort mitfühlend und professionell mit diesen umgegangen.
In den Kursen kamen die Themen Missbrauch, mögliche Folgen davon und Grenzen regelmässig auf. Es wurde offen und sachlich darüber gesprochen.
Ich hatte mit beiden Schulleitenden über den regulären Kurs hinaus einen persönlichen Austausch zum Thema Umgang mit meinen eigenen Missbrauchserfahrungen im professionellen Kontext. Sie haben sich freiwillig die Zeit genommen, dies fundiert mit mir anzuschauen, was für mich ausserordentlich hilfreich war.
Ich habe persönlich weder im Studium, noch in Weiterbildungen, Selbsterfahrungsgruppen als auch in Psychotherapien einen so offenen, sorgsamen und professionellen Umgang mit dem Thema Trauma und sexuellen Missbrauch erlebt wie im Bodywork Center. Da ich davon ausgehe, dass die meisten Teilnehmenden an den Kursen ähnliche Erfahrungen wie ich gemacht haben, bin ich der Meinung, dass auch diese Erfahrungen dargestellt werden sollten.
Beanstanden möcht ich die Unterstellung, dass das Ausbildungsinstitut sektenähnlich ist. Ich habe während meinem Studium ein Seminar bei Dieter Sträuli, dem Gründer von infoSekta gemacht. Ich erkenne keines der dort beschriebenen Sektenmerkmale beim Bodywork Center: https://www.infosekta.ch/was-ist-eine-sekte/sektenmerkmale/. Eine solche Behauptung aufgrund einiger weniger Aussagen ohne sachlichen Abgleich mit den realen Bedingungen öffentlich zu verbreiten, empfinde ich als rufschädigend.
Ausserdem halte ich es für diskriminierend und gegen die Menschenwürde, dass Sie Didi Liebold so an den Pranger stellen. Seine Stellungnahmen zu den Themen werden weder seitens der Journalistin, noch seitens der Fachpersonen gewürdigt. Es sind mir kaum Fachpersonen bekannt, die sich einem Accountability-Prozess im Hinblick auf Übergriffe gestellt haben. Das zeugt von einem grossen Willen sich selbst zu reflektieren.
Ich wünsche mir, dass Sie besser recherchieren, bevor Sie so einen rufschädigenden Beitrag veröffentlichen.
Dass zum Ende des Beitrags eine Frau, deren Vulva massiert wird, gezeigt wird, finde ich persönlich thematisch höchst unpassend und ethisch bedenklich. Dies hat keinen informativen Mehrmehrt und scheint mir einzig voyeuristische Bedürfnisse der Zuschauenden zu befriedigen.
Ich erwarte, dass Sie ihren Beitrag richtig stellen.
Vielen Dank im Voraus.
Beschwerde an die Ombudsstelle
Guten Tag, ich habe mich noch nie an die Ombudsstelle gewandt, und hätte auch nicht gedacht, da jemals zu tun. Ich bin zutiefst entsetzt und empört über die unseriöse Reportage zum Bodywork Center. Ich habe mehrere Kurse dort besucht, bin aber nicht näher verbunden mit der Schule, die Leitenden können sich wohl kaum an mich erinnern, ich schreibe also nicht als „Verbandelte“.
Die Kurse und insbesondere auch die Kursleitung von Didi Liebold war stets von grösster Achtsamkeit geprägt, von Trauma-Sensibilität und Umsicht. Obwohl ein Kontext in dem – achtsames! – sexuelles Erleben thematisiert und exploriert wird, war hier stets die Absichtslosigkeit und Integrität der Teilnehmenden im Zentrum. Menschen, die mit tieferen eigenen Themen in Berührung kamen, wurden begleitet, niemand war zu etwas gedrängt oder gezwungen, ganz im Gegenteil. Und Didi wachte sogar sehr aufmerksam darüber, dass Konsens, Grenzen und Achtsamkeit stets respektiert und auch von jeder Person wahrgenommen und geäussert wurden. Ich war selber auch in einem dreitägigen Einführungskurs (unter anderem) und es gab zahlreiche vorbereitende Übungen genau zu diesen Themen.
Dass in der Sendung jetzt behauptet wird, dass wäre ausgespart gewesen oder das Verhalten gar übergriffig ist in meinen Augen absurd. Dass dann noch – nebenbei eingestreut, ein Fall von sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung aus Tschechien einfliesst, der nichts, aber auch gar nichts mit dieser Schule zu tun hat – es wirft das ja auch niemand der Schule vor! – ist haarsträubend unseriös und tendenziös. Denn etwas in Kontext zu stellen hat eine Auswirkung und suggeriert Dinge. Ich hätte nie gedacht, dass bei SRF so unseriös gearbeitet wird. Das ist in meinen Augen Rufmord.
Besonders bitter und stossend dann auch, dass am Ende der „Hauptankläger“ Patrick Angele mit Partnerin „erklären darf“, wie seriöse Tantramassage geht (Konsens, nachfragen, immer wieder abholen, was für den anderen stimmig ist, was er will und was nicht etc) während all dies auch beim BodyworkCenter in jedem Augenblick selbstverständlich auch gelebt wird. Wie rufschädigend, vernichtend und traurig für eine Schule und ihren umsichtigen Leiter, die so berührende, achtsame und horizonterweiternde Kurse anbietet.
Ich war zwar jetzt in den letzten Jahren selbst nicht mehr an Kursen, empfehle sie aber noch heute an Menschen auf der Suche nach einer tieferen Beziehung zu ihrer Sexualität oder Paaren, die nach neuer tieferer Verbindung zueinander suchen, und höre nur Gutes von ihren Erfahrungen.
Die Aussagen zu Analfisting sind in dem Kontext erst recht absurd. Völlig undenkbar, und ja auch gar nicht möglich. Wir sind hier nicht in der Hardcore BDSM Szene, im Gegenteil. Schule und Leitung sind sich sehr bewusst, wie intim und verletzlich, aber auch heilsam eine sanfte Annäherung an den Körper und die eigene Sexualität stattfindet. Dass dabei auch tiefe Emotionen ausgelöst werden können ist klar. Aber auch damit ist die Schule immer sehr professionell und traumasensibel umgegangen, wie ich immer wieder erlebt habe. Dass sich Menschen, die an Kurse gehen, wo es um sexuelle Erfahrungen geht und dann genau darüber erstaunt sind, wundert mich auch. Und das dann auch irgendwie an sich skandalisiert wird, dass es hier um Sexualität und körperliche Berührungen geht.
So wie ich das erlebe, tut die Schule das menschenmögliche, Menschen hier eine achtsame Erfahrung zu ermöglichen. Dass man schaut, dass aufgewühlte Menschen nicht unbedingt gleich rausrennen, sondern versucht sie aufzufangen, ihnen mal etwas Zeit für sich zu geben, wenn dann angezeigt, auch ins Gespräch zu kommen, ihnen zu ermöglichen sich zu beruhigen und zu regulieren, finde ich verständlich, und nur professionell. Das hatte in meinem Erleben nie mit „du darfst den Raum nicht verlassen“ zu tun, sondern damit, professionell zu begleiten, wenn Menschen aufgewühlt sind – ich empfand das immer als eine gute Balance von ansprechbar sein, präsent sein und gleichzeitig den Menschen mit ihren Gefühlen auch erstmal Zeit lassen, aber den „sicheren Rahmen zu halten“. (Sonst käme ja der gegenteilige Vorwurf, ich war aufgewühlt und niemand hat sich um mich gekümmert, ich wurde mir selbst überlassen). Wer gehen wollte konnte immer gehen, wurde aber bei dem Entscheid begleitet, um auf einer guten Basis zu entscheiden, ob es sich lohnt, Dinge nochmals anders zu versuchen oder besser nicht.
Einerseits mutet der Beitrag an als sei er aus den 70er Jahren (oh, da geht es um Sexualität) und dann wieder in einer reisserisch auf Klicks/Zuschauerzahlen ausgerichteten sehr „zeitgemässen“ Weise, wo aus nichts eine reisserische Schlagzeile wird und dann gleich alles aufgefahren wird an Kontext (sexueller Missbrauch, Sekten etc), was irgendwie die Aura des „Skandals“ heraufbeschwört – was sich ja auch darin zeigt, dass keinerlei Wert auf plurale Sichtweisen und ergebnisoffene journalistische Betrachtung Wert gelegt wird.
Enttäuschte Grüsse
Beschwerde an die Ombudsstelle
Sehr geehrte Damen und Herren,
Hiermit beanstande ich die oben genannte Sendung. Ich bin aktuell in der Ausbildung als Sexologischer Körperarbeiter am Bodyworkcenter in Zürich und arbeite seit über 20 Jahren als Körpertherapeut.
Eigene Erfahrungen:
Keinen der in der Sendung gemachten Vorwürfe konnte ich in den Kursen des Bodyworkcenters erleben.
Der Umgang mit Grenzen wurde sowohl theoretisch wie in jeder einzelnen Übungssequenz sehr bewusst gestaltet. Das Thema an die eigenen Grenzen zu kommen, sie zu erkennen und zu verstehen, sie einzuhalten oder gemäss eigenen Vorstellungen zu verändern, ist Teil des Lernprozesses. Gerade beim Thema Sexualität können dabei auch unangenehme Gefühle auftreten, weil wohl alle Menschen mit dem Thema auch schwierige Erfahrungen gemacht haben und gerade darum solche Seminare besuchen. Ich habe die Kursleitung sehr achtsam und unterstützend, niemals grenzüberschreitend erlebt.
Obwohl die Kursleitung überzeugt und charismatisch auftritt, lässt sie dennoch allen Teilnehmenden die persönliche Freiheit, ihren eigenen Weg zu gehen. Das als sektenähnlich zu labeln ist reiner Unfug und stufe ich als Missachtung der Menschenwürde ein.
Fragen zur journalistischen Qualität:
Eine kleine Gruppe von Unzufriedenen wurde befragt, nota bene Menschen, welche in diesem Feld beruflich arbeiten und genau die dort gelernten Methoden anwenden. Am Schluss dann ein Ausschnitt einer Tantra Massage der beiden namentlich erwähnten Exponenten, welche in der gleichen Firma arbeiten. Das sehe ich als Schleichwerbung in einer redaktionellen Sendung. Sie werden in manipulativer Weise als die good guys dargestellt, und insbesondere der Schulleiter Didi Liebold als bad boy (Missachtung der Menschenwürde). Ist das journalistische Sorgfalt und Ausgewogenheit? In meinen Augen nicht.
Wie allen Menschen werden auch Herrn Liebold Fehler unterlaufen sein. Gemäss seinen Aussagen hat er in diesem Zusammenhang Supervision bei anerkannten Fachleuten auf dem Gebiet durchlaufen, um aus Fehlern zu lernen. In diesem Zusammenhang wurden Strukturen der Ausbildung wie auch das persönliche Verhalten angepasst. Was kann man sich mehr wünschen als jemand, der zu gemachten Fehlern steht, sich beraten lässt und daraus lernt? Die Schule lernt auch aus dieser Sendung und verbessert Strukturen weiter. Das wurde in der Sendung in keinster Weise gewürdigt und hätte die Sendung in dieser Form schlicht unnötig gemacht.
Warum fehlt die Darstellung aller positiven Leistungen des Bodyworkcenters, welche allenfalls gemachte Fehler sicherlich bei weitem übertreffen? (Sachgerechtigkeitsgebot)
Journalistisch wirken filmische Beiträge deutlich stärker auf die Zuschauer als eingeblendete, schriftliche Äusserungen. Ich bin mir sicher, dass SRF Journalisten das wissen. Warum wurde Didi Liebold nicht persönlich befragt und filmisch eingespielt (Sachgerechtigkeitsgebot)?
Warum wurden nicht Teilnehmende, welche positive Erfahrungen gemacht haben, befragt und filmisch eingespielt? Gemäss Schulleitung sind über 90% der Teilnehmenden zufrieden. Folglich hätten 9x so viele positive Rückmeldungen gegenüber den Aussagen der Kritiker ein reales Bild ergeben (Sachgerechtigkeitsgebot und Vielfaltsgebot).
Warum ist die Journalistin nicht persönlich, inkognito an eine entsprechende Veranstaltung gegangen, um sich ein eigenes Bild zu machen? Das wäre echte Recherche und nicht nur Kritik vom Hörensagen.
Warum wurden nicht andere Teilnehmer aus dem kritisierten Kurs kontaktiert und eingespielt, um verschiedene Sichten des kritisierten Vorgangs zu haben (Sachgerechtigkeitsgebot)?
Warum suggeriert die Journalistin sprachlich und mimisch, was richtig und falsch ist, ohne alle Seiten ausgewogen zu berücksichtigen? Das entspricht nicht einer ausgewogenen Berichterstattung (Transparenzgebot).
Es ist aus meiner Sicht wünschenswert, wenn SRF als gebührenfinanziertes, offizielles Sendegefäss der Schweiz investigative Formate sendet, welche die oben genannten Qualitätsstandards berücksichtigt. Diese Sendung fühlt sich für mich jedoch eher wie eine sensationslüsterne Rufmordkampagne an. Entspricht das der journalistischen Sorgfaltspflicht im SRF?
Aufgrund der genannten Missstände ist es aus meiner Sicht nichts anderes als korrekt, wenn eine Folgesendung erstellt wird, in der alle Betroffenen ausgewogen zu Wort kommen und die Fakten sauber dargestellt werden. Damit wäre das Fehlverhalten von SRF wieder gut gemacht und das Publikum hat die Möglichkeit, einen sinnvollen Umgang mit Grenzen zu lernen. Fehler passieren allen, doch kann man sich dafür entschuldigen und sie reparieren. So stelle ich mir ein wirkliches Qualitätsmedium vor.
Beschwerde an die Ombudsstelle
Ich möchte mich hiermit beschweren über den Beitrag „Vorwürfe an Tantra-Schule: Ex-Schülerinnen berichten von Machtmissbrauch in Tantra-Schule“.
Ich habe selber vor 8 Jahren die Ausbildung in Sexological Bodywork gemacht (bei der Schulleitung) und war seither regelmässig bei Workshops anwesend. In keiner dieser Veranstaltungen war ich mit den in der Sendung beschriebenen Vorwürfen konfrontiert: persönliche Grenzen wurden stets respektiert, die Lerninhalte wurden umfassend und verständlich kommuniziert, Anal-Fisting oder ähnliche „Extrem-Praktiken“ war zu keiner Zeit Übungsinhalt. Ich fühlte mich stets ernst genommen und sorgfältig getragen von den Lehrpersonen und Assistenzen. Kamen dennoch mal ungute Gefühle hoch, so wurden diese besprochen und konnten stets zufriedenstellend aufgelöst werden.
Sekten-ähnliche Strukturen konnte und kann ich keine erkennen. Dass man erfahrene Lehrpersonen bewundert und ggf. etwas idealisiert, empfinde ich als menschlich. Nie habe ich aber beobachtet, dass eine der Lehrpersonen diese Machtposition ausgenutzt hätte – vielmehr wurde auch auf diese Dynamiken regelmässig hingewiesen. Ich erlebte die Lehrpersonen nie als selbstgefällig (geschweige denn übergriffig oder wie „Gurus“), sondern als demütig.
Alles, was ich im Bodywork Center lernen durfte, hat mir viel gegeben und wirkt tagtäglich weiter in meinem Leben und in meinen Beziehungen. Ich kenne Dutzende Menschen, die ähnliches berichtet haben, und die jederzeit wieder einen Kurs dort besuchen würden. Insofern empfinde ich die Berichterstattung des Beitrags „Vorwürfe an Tantra-Schule“ als tendenziös und damit als Verletzung des Sachgerechtigkeitsgebots, ggf. auch des Vielfaltsgebots: es fehlen mir Stimmen all derjenigen, die andere (gute) Erfahrungen gemacht haben mit der Schule.
Natürlich ist das Bodywork Center nicht perfekt – die Berichterstattung des SRF sehe ich als Lernmöglichkeit für die Schule, ihr eigenes Profil nachzuschärfen rund um ethische Richtlinien, Supervision und Trauma-Bewusstheit. Eine derartig einseitige Berichterstattung ist aber weder im Sinne der konstruktiven Aufarbeitung der aktuellen Situation, noch wird sie dem ehrlichen Bestreben der Schulleitung gerecht, einen Raum anzubieten, in dem Menschen sich und ihre Sexualität kennen lernen und vertiefen können. Die Vielzahl positiver Feedbacks der bisher mehreren Tausend von Teilnehmenden spricht diesbezüglich eine deutliche Sprache.
Eine nachträgliche Richtigstellung bzw. Relativierung seitens SRF scheint mir angebracht und notwendig, um die rufschädigende Wirkung des Beitrags abzumildern.
