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Schlagwortarchiv für: Hilfe

Was ist eigentlich Sexologische Körperarbeit?

Was ist eigentlich Sexologische Körperarbeit?

in Lehrgänge, Substack, Workshops

Immer wieder stellen wir fest, dass Menschen Sexologische Körperarbeit nur schwer einordnen können. Manche denken an Tantramassage, andere an Therapie oder Sexualpädagogik. Tatsächlich berührt sie all diese Bereiche und unterscheidet sich gleichzeitig wesentlich von ihnen.

Dies ist ein Artikel vom Substack – Die Reise zur eigenen Körperweisheit.

In diesem Text geht es deshalb weniger um die Geschichte der Sexologischen Körperarbeit oder um die Menschen, die sie ursprünglich geprägt haben – wie Joseph Kramer, Isa Magdalena oder Jack Morin. Vielmehr möchten wir aufzeigen, was den Kern dieser Arbeit ausmacht und wie wir diesen Ansatz am ISSB in Zürich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt haben.

Die Grafik am Anfang dieses Artikels soll dabei eine erste Orientierung geben.

Sexologische Körperarbeit ist für uns eine Form bewusstseinsorientierter Körperarbeit. Wie andere körperorientierte Ansätze arbeitet sie mit Wahrnehmung, Präsenz und Verkörperung. Ihr besonderes Merkmal besteht jedoch darin, dass sie auch Sexualität und sexuelle Erregung bewusst als Lernfeld einbezieht.

Gerade darin unterscheidet sie sich auch von vielen Formen der Tantramassage. Tantramassage eröffnet häufig wertvolle Erfahrungsräume. Sexologische Körperarbeit ergänzt diese um einen bewussten Lernraum. Im Zentrum steht nicht in erster Linie das Erlebnis, sondern die Frage:

Was lerne ich über mich, meinen Körper und meine Sexualität?

Das Ziel ist dabei eine selbstbestätigte Sexualität. Eine Sexualität, die nicht von äusseren Reizen, Fantasien oder der Bestätigung anderer Menschen abhängig ist, sondern zunehmend aus einer verkörperten Selbstführung heraus entsteht. Die Fähigkeit, den eigenen Körper, die eigene Erregung und die eigene sexuelle Energie bewusst wahrzunehmen, zu regulieren und lebendig zu gestalten.

Damit kommen wir zur eigentlichen Grundlage der Sexologischen Körperarbeit:

Sexuelles Lernen

Müssen Menschen Sexualität lernen?

Als Sexualpädagoge unterrichte ich seit vielen Jahren auch Jugendliche. Eine Frage, die ich ihnen immer wieder stelle, lautet:

Kann man Sexualität lernen?

Die Antworten reichen von einem klaren Nein bis hin zu «Learning by doing». Je häufiger man Sexualität erlebt, desto besser wird man darin – so die verbreitete Vorstellung.

Und genau diesem Gedanken begegne ich auch bei vielen Erwachsenen.

Auf den ersten Blick klingt das durchaus plausibel. Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass Lernen so nicht funktioniert. Oder vielleicht genauer gefragt:

Was genau möchten Menschen überhaupt lernen?

Geht es darum, häufiger Sex zu haben? Mehr Orgasmen zu erleben? Techniken zu beherrschen? Oder geht es letztlich darum, den eigenen Körper bewusster wahrzunehmen, die eigene Erregung differenzierter zu erleben und Sexualität freier gestalten zu können?

Erfahrung ist noch kein Lernen

Das Beispiel, das ich hier gerne verwende, ist die männliche Masturbation.

Studien zeigen sehr eindeutig, dass viele Männer von der Pubertät bis ins hohe Alter regelmässig masturbieren. In jungen Jahren kann das durchaus mehrmals täglich sein. Mit zunehmendem Alter wird es oft etwas weniger, für viele Männer bleibt Selbstbefriedigung jedoch über Jahrzehnte ein regelmässiger Bestandteil ihres Lebens.

Meine einfache Rechnung lautet: Beginnt ein Mann mit fünfzehn Jahren und masturbiert bis zum Alter von fünfundvierzig durchschnittlich dreihundertmal pro Jahr, kommen rund 9000 Wiederholungen zusammen.

Aus Sicht der Trainingslehre wäre dieser Mann ein Profi.

Die spannende Frage lautet jedoch:

Was hat er in diesen 9000 Wiederholungen eigentlich gelernt?

Bei Spitzensportlern entstehen Höchstleistungen nicht allein durch Wiederholung. Entscheidend ist das, was in der Lernforschung als deliberate practice bezeichnet wird: bewusstes Üben. Es geht darum, aufmerksam zu sein, Rückmeldungen wahrzunehmen, Gewohnheiten zu hinterfragen, Neues auszuprobieren und die eigenen Fähigkeiten Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.

Genau das findet beim sexuellen Lernen häufig nicht statt.

Bei vielen tausend Menschen, die ich in den letzten zwanzig Jahren begleiten durfte – mich selbst eingeschlossen –, wurde ein bewusstes Lernen von Sexualität nie vermittelt.

Wenn ich mich richtig erinnere, stand davon auch nichts bei Dr.-Sommer im Bravo. Und auch meine eher rudimentäre Sexualpädagogik Ende der 1980er-Jahre beschäftigte sich vor allem mit den biologischen Aspekten von Sexualität. Wie Fortpflanzung funktioniert, welche Verhütungsmittel es gibt oder wie sich der Körper in der Pubertät verändert.

Wie man Sexualität bewusst lernen kann, darüber wurde kaum gesprochen.

Natürlich hat sich seit damals vieles verändert. Gerade Jugendliche verfügen heute über deutlich mehr Wissen rund um Sexualität, als meine Generation damals hatte. Immer wieder staune ich, was Jugendliche mit fünfzehn oder sechzehn Jahren bereits wissen – oder mit welchen Themen sie heute schon konfrontiert werden.

Und trotzdem würde ich nach fast zwanzig Jahren in diesem Beruf sagen:

Wissen ist heute selten das eigentliche Problem.

Wenn wir zum Beispiel mit dem Mann zurückkehren, ist das Ziel seines sexuellen Lernens meist klar: mehr oder weniger direkt zum Orgasmus zu gelangen. Die Handbewegung bleibt über Jahre dieselbe, ebenso Tempo, Druck, Fantasie und Körperhaltung. Natürlich gibt es auch viele kreative und vielfältige Formen, doch viele Menschen bewegen sich über Jahre in denselben Mustern.

In vielen Kursen und Vorträgen begegnet mir dabei ein entspannter Pragmatismus. Viele Männer sagen sinngemäss:

„Das funktioniert doch wunderbar. Warum sollte ich etwas daran ändern?“

Eine berechtigte Frage. Auf diese werden wir später noch zurückkommen.

Es entstehen regelrechte Autobahnen im Nervensystem.

Nicht weil Sexualität bewusst gelernt wurde, sondern weil dieselben Gewohnheiten immer wieder wiederholt wurden.

So entsteht das, was ich gerne einen erregungsorientierten Autopiloten nenne. Das kann die Sexualität mit mir selbst betreffen – und später genauso die Sexualität mit einem anderen Menschen.

Wird dieser Autopilot durch eine Musterunterbrechung gestört – etwa weil die Erektion plötzlich verschwindet, eine Berührung unangenehm wird oder Penetration schmerzhaft ist –, reagieren viele Menschen nicht mit Neugier.

Nicht mit der Frage:

„Was geschieht gerade in meinem Körper?”

Sondern sie versuchen möglichst rasch wieder Kontrolle zu gewinnen oder einen Ausweg aus der Situation zu finden.

Der gelebte Körper

An diesem Punkt beginnt für uns die eigentliche Sexologische Körperarbeit.

Denn unser Anliegen ist nicht in erster Linie, mehr Wissen über Sexualität zu vermitteln. Wissen ist wichtig. Gerade heute gibt es unzählige Informationen über Sexualität – und gleichzeitig ebenso viele Missverständnisse.

Unsere eigentliche Herausforderung besteht jedoch darin, dass viele Menschen ihren Körper noch immer vor allem als Objekt erleben.

Ken Robinson hat das einmal sehr treffend beschrieben. Sinngemäss sagte er, viele Professorinnen und Professoren würden ihren Körper hauptsächlich als Transportmittel benutzen, um ihren Kopf von einem Seminarraum zum nächsten zu bringen.

Mich berührt dieses Bild bis heute.

Denn genau hier beginnt für mich die eigentliche Frage:

Wie erlebe ich meinen Körper?

Ist mein Körper lediglich ein Objekt, das funktionieren, leisten oder möglichst attraktiv sein soll? Gerade in der heutigen Zeit dreht sich viel um Selbstoptimierung. Und oft geht es bei Selbstoptimierung um ein bestimmtes Ziel zu erreichen – nicht um sich selber zu erforschen und mehr mit sich in Kontakt zu kommen.

Oder erfahre ich ihn als Soma, als gelebten Körper (the lived body)?

Sexualität beginnt nicht im Kopf.

Aber sie wird dort häufig gesteuert.

Deshalb lernen viele Menschen zwar immer mehr über Sexualität, aber nur wenig in ihrer Sexualität.

Dabei geht es oft um ganz einfache Fragen.

Wie geht es eigentlich meinen Genitalien in der Selbstberührung?

Fühlen sie sich geliebt und erleben sie Wertschätzung? Oder stehen sie unter dem Anspruch, bereit zu sein und zu funktionieren, sobald der Kopf das will?

Oder noch einfacher:

Wie entspannt bin ich im Kontakt mit einem anderen Menschen?

Kann ich mich verletzlich zeigen?

Kann ich über Angst und Scham sprechen?

Nehme ich die Signale meines Körpers ernst?

Wie gehe ich mit Ambivalenzen um? Wenn ein Teil von mir jetzt Sex möchte und ein anderer nicht – kann ich mit dieser Spannung sein oder weiche ich mir selbst aus?

Genau hier beginnt für mich bewusstes sexuelles Lernen.

Und bitte nicht falsch verstehen.

Autobahnen haben ihre Berechtigung – und sie dürfen auch bleiben. Sie sind wunderbar praktisch, wenn ich möglichst schnell von A nach B kommen möchte.

Wer eine Landschaft jedoch wirklich erleben will, wird sich vielleicht auch einmal Zeit nehmen. Er verlässt die Autobahn, geht ein Stück zu Fuss, bleibt stehen oder setzt sich auf eine Bank.

Plötzlich geht es nicht mehr darum, möglichst schnell anzukommen.

Es geht darum, wahrzunehmen, was da draussen ist – und was das in mir auslöst.

Genau so verstehe ich auch sexuelles Lernen.

Es geht nicht nur darum, möglichst zuverlässig einen Orgasmus zu erreichen. Es geht darum, neugierig zu werden auf das, was unterwegs geschieht: im Körper, in der Erregung, in den Gefühlen, in der Begegnung mit einem anderen Menschen und in der Beziehung zu mir selbst.

Bewusstheit und Wahrnehmung

Damit sind wir beim nächsten grundlegenden Baustein.

David Schnarch stellt in Die Psychologie sexueller Leidenschaft eine einfache und gleichzeitig herausfordernde Frage:

Wo sind Sie mit Ihrem Kopf während der Sexualität?

Die meisten Menschen würden vermutlich antworten:

„Na hier.”

Wer beginnt, sich ernsthaft mit Sexualität auseinanderzusetzen, merkt jedoch schnell, wie anspruchsvoll diese Frage tatsächlich ist.

Wie oft schweifen wir in Gedanken ab?

Wie häufig nutzen wir Fantasien, um Erregung aufrechtzuerhalten?

Wie oft denken wir an den Alltag?

Oder wir verlieren den Kontakt zu unserem Körper, ohne es überhaupt zu bemerken.

Eine der überraschendsten Erfahrungen in der Sexologischen Körperarbeit ist deshalb, wie anspruchsvoll es sein kann, eine oder zwei Stunden einfach präsent zu bleiben.

  • präsent mit dem eigenen Körper.
  • präsent mit der Atmung.
  • präsent mit den eigenen Empfindungen.
  • präsent mit der Erregung.
  • präsent mit dem Gegenüber.

Denn genau hier beginnt verkörpertes sexuelles Lernen:

Nicht im Denken über Sexualität, sondern im bewussten Erleben von Sexualität.

Berührung und Dialog

Ein wichtiger Unterschied zu den meisten Formen der Sexualtherapie besteht darin, dass Berührung ein fester Bestandteil der Sexologischen Körperarbeit sein kann. Während klassische Sexualtherapien überwiegend im Gespräch arbeiten und Berührung zwischen Therapeut und Klient bewusst nicht vorgesehen ist, verstehen wir Berührung als ein bewusst eingesetztes Lernmedium.

Dabei geht es jedoch nicht in erster Linie um die Berührung durch einen anderen Menschen.

Die wahrscheinlich wichtigsten und grundlegendsten Methoden der Sexologischen Körperarbeit sind Selbsterforschung und Selbstberührung.

Denn eine zentrale Haltung unserer Arbeit lautet:

Das Lernen beginnt bei uns selbst.

Oder vielleicht noch treffender:

Wie werde ich zu einem ausserordentlichen Liebhaber für mich selbst?

Diese Frage begleitet mich schon viele Jahre.

Als ich damals in San Francisco einen Kurs bei zwei Sexological Bodyworkerinnen besuchte, lautete der Titel des Workshops:

How to Become an Extraordinary Lover

Damals verstand ich darunter vor allem die Frage:

Wie werde ich zu einem ausserordentlichen Liebhaber für einen anderen Menschen?

Heute würde ich den Titel etwas anders formulieren:

Wie werde ich zu einem ausserordentlichen Liebhaber für mich selbst?

Für mich beginnt genau hier eine selbstbestätigte Sexualität.

Denn wenn ich lerne, mir selbst mit Neugier, Wertschätzung und Liebe zu begegnen, verändert das nicht nur die Beziehung zu meinem Körper. Es verändert auch die Art, wie ich anderen Menschen begegne.

Selbstberührung ist deshalb weit mehr als eine Technik.

Sie wird zu einem Forschungsraum.

Zu einem Dialog mit meinem Körper.

Zu einem Ort, an dem ich lernen kann.

Natürlich gibt es in der Sexologischen Körperarbeit auch viele Methoden, bei denen wir Menschen berühren. Doch auch hier steht nicht die Berührung selbst im Mittelpunkt.

Berührung ist für uns kein Selbstzweck. Sie ist eine Form der Kommunikation und ein Raum für bewusstes Lernen.

Es geht darum,

  • die Signale des Körpers wahrzunehmen,
  • Grenzen zu spüren,
  • Grenzen auszudrücken,
  • Bedürfnisse zu entdecken,
  • Bedürfnisse mitzuteilen,
  • die eigene Erregung bewusster zu erleben
  • und neue Erfahrungen Schritt für Schritt zu integrieren.

Deshalb gehört auch der Dialog untrennbar zur Sexologischen Körperarbeit.

Berührung und Kommunikation bilden gemeinsam den Lernraum.

Oder anders gesagt:

Der Körper spricht – und wir lernen, ihm zuzuhören.

Für diese Lernprozesse nutzen wir am ISSB ganz unterschiedliche Methoden. Einige davon werde ich in weiteren Artikeln ausführlicher vorstellen und vertiefen.

Wer bereits jetzt selbst damit experimentieren möchte, findet in unserem Buch „Die Reise zur eigenen Körperweisheit“ viele praktische Übungen und Anregungen – sowohl für die eigene Selbsterforschung als auch für die gemeinsame Entdeckungsreise in einer Partnerschaft.

Den Link zum Buch findest du am Ende dieses Artikels.

Somatische Erfahrung und Integration

Was in der Trainingslehre als deliberate practice bezeichnet wird, ist in unserem Arbeitsfeld die somatische Praxis.

Natürlich gehören zu unseren Kursen und Lehrgängen auch theoretische Grundlagen und Wissensvermittlung. Gleichzeitig vermitteln wir eine einfache Grundhaltung: Wenn Menschen zeitlich überfordert sind, dürfen Bücher, Texte oder Videos warten. Die somatische Praxis nicht. Denn Wissen kann ich später nachholen. Entscheidend sind die Erfahrungen, die Menschen in den Übungen machen.

Das ist für mich ein spannender Gedanke. Es gibt heute unzählige Bücher, Podcasts, Filme und Kurse über Sexualität. Wenn nur ein Teil dieser Zeit in bewusste somatische Praxis investiert würde, sähe unsere Sexualkultur vermutlich anders aus.

Viele Menschen verlassen einen Kurs oder eine Sitzung oft begeistert und motiviert. Doch diese Motivation verflüchtigt sich oft schnell wieder im Strudel des Alltags. Und das was wir vermitteln ist keine Raketenwissenschaft und auch kein Geheimwissen. Es sind einfache Übungen, die Zeit, Wiederholung und einen bewussten Lernraum brauchen.

Damit aus einer Erfahrung Lernen wird, reicht es nicht, sie einfach gemacht zu haben. Entscheidend ist die bewusste Auseinandersetzung:

Was ist in dieser somatischen Erfahrung passiert?

Was habe ich über mich gelernt?

Was nehme ich in meinen Alltag mit?

Dabei gefällt mir die Unterscheidung zwischen Flow-Raum und Lernraum. Viele Menschen wünschen sich Sexualität als Flow-Raum – als einen Ort von Lust, Leichtigkeit und Verbindung. Das ist wunderbar. Schwieriger ist oft der Lernraum. Dort begegnen wir Scham, Ängsten, Unsicherheiten, Verletzungen und Ambivalenzen. Genau deshalb meiden viele Menschen diesen Raum.

Und doch liegt gerade dort sein grösstes Potenzial. Denn wenn wir diese Anteile integrieren, erleben wir uns mehr und mehr als ganze, sexuelle und selbstermächtigte Menschen. Das verändert die Beziehung zu uns selbst – und die Beziehung zu anderen.

Verkörperte Sexualität – eine Vision

In der Integralen Somatischen Beratung nennen wir dieses Ziel verkörperte Selbstführung. Für uns ist sie auch eine Vision für unsere Sexualität.

Verkörperte Selbstführung betrifft natürlich nicht nur Sexualität. Sie zeigt sich genauso in unseren Arbeitsbeziehungen, Freundschaften, Familien und intimen Partnerschaften.

Im Kern geht es darum, mit mir selbst in Verbindung zu bleiben und gleichzeitig aus dieser inneren Verbindung in Beziehung mit anderen Menschen zu treten.

Je wichtiger uns ein Mensch ist, desto herausfordernder wird das oft. Gerade dort begegnen wir unseren Schamthemen, Ängsten und Verletzlichkeiten.

Traue ich mich, etwas Schwieriges anzusprechen?

Traue ich mich, Grenzen zu setzen oder Bedürfnisse mitzuteilen?

Kann ich den anderen enttäuschen, ohne mich selbst zu verlieren?

Diese Fragen begegnen mir immer wieder in unseren Kursen.

Viele Menschen wünschen sich dann eine einfache Antwort.

Das ist die Situation – was ist jetzt die Lösung?

Meine Standardantwort lautet meist:

Es gibt selten die richtige Lösung. Es gibt meistens nur unterschiedliche Kompromisse.

Teile ich etwas, hat das Auswirkungen.

Teile ich es nicht, hat das ebenfalls Auswirkungen.

Was genau daraus entsteht, wissen wir vorher nicht.

Genau deshalb führt verkörperte Selbstführung nicht in die Sicherheit.

Sie ist vielmehr ein Lernen, sich in den Unsicherheiten und Komplexitäten des menschlichen Lebens immer besser zurechtzufinden.

Vielleicht ist sie gerade deshalb eine Vision.

Denn wir alle sind auf diesem Weg.

Auch wir, die mit diesen Themen arbeiten.

Annie Sprinkle hat das einmal wunderbar auf den Punkt gebracht:

“It’s endless.”

Nach über zwanzig Jahren in diesem Beruf kann ich das nur bestätigen.

Es bleibt ein fortwährendes Forschen.

Ein immer wieder neues Entdecken.

Und vielleicht ist genau das das Schönste daran.

Ich hoffe, dieser Artikel konnte dir einen ersten Einblick in die Sexologische Körperarbeit geben und dich neugierig machen auf dieses spannende Feld. In den kommenden Monaten werde ich viele der hier angesprochenen Themen weiter vertiefen.

Wenn du selbst erste Erfahrungen sammeln möchtest, gibt es an unserer Schule viele Möglichkeiten. Hier zwei aktuelle Beispiele:

22.–26. Juli – Die Reise zur eigenen Körperweisheit
Gemeinsam mit Andrea begleite ich diesen fünftägigen Kurs. Er setzt keinerlei Vorkenntnisse voraus und bietet einen tiefen Forschungsraum rund um Körper, Sexualität und verkörpertes Lernen.

Die Reise zur eigenen Körperweisheit Modul 1

9. August – Genitale Forschungsreise
Janine leitet diesen Tagesworkshop für Menschen, die neugierig sind, sich selbst und ihrem Körper mit mehr Bewusstheit und Offenheit zu begegnen. Auch hierfür sind keine Vorkenntnisse erforderlich.

Thementag – „Genital Exploration“ – Genitale Forschungsreise

Wenn du tiefer in unsere Methoden eintauchen möchtest, findest du viele Übungen und Anregungen in unserem Buch „Die Reise zur eigenen Körperweisheit“. Dieses gibt es auch als E-Book und auf Englisch. Hier der Link:

Die Reise zur eigenen Körperweisheit
https://bodyworkcenter.ch/wp-content/uploads/sites/7/2026/07/Was-ist-eigentlich-Sexologische-Koerperarbeit.jpg 1024 1535 Simon https://bodyworkcenter.ch/wp-content/uploads/sites/7/2022/10/Logo-ISSB-2022-Web.png Simon2026-07-05 16:54:592026-07-19 20:51:53Was ist eigentlich Sexologische Körperarbeit?
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Natürlich stehen wir weiterhin sehr gerne zur Verfügung, falls weitere Fragen auftauchen oder Ihre Frage auf der Seite nicht abgedeckt wurde. Wenden Sie sich in diesem Fall einfach an uns, wir freuen uns auf ihre Nachricht.

Herzlichst,
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👉 Zum Beobachter-Artikel: «Die haltlosen Vorwürfe machen uns fassungslos» (9. Oktober 2025)

Hier der Link:
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